Die Ursachen der Algenplage im Gartenteich – zu einem algenfreien Teich (Teil 1)

Das häufig wie aus dem Nichts auftretendes explosionsartiges Algenwachstum ist nie grundlos, sondern eigentlich auf eine Reihe von Ursachen zurückzuführen. Besonders wenn mehrere davon zusammen kommen, droht eine Algenplage, die radikale Mittel anfordert.

Eutropher Teich

Eutrophres Gewässer

Wir listen zunächst die Ursachen des unerwünschten Phänomens auf, um diese anschließend ausführlich zu erläutern.

Das führt zum Algenwachstum:

  1. Überangebot an Nährstoffen, allen voran an Stickstoff und Phosphaten;
  2. Sauerstoffmangel;
  3. Problematische, instabile Wasserwerte.

Eutrophie – Algen profitieren am meisten

Eine Situation des Überangebots an Nährstoffen nennt sich Eutrophie. Das Wort kommt aus dem Griechischen und bedeutet übersetzt „Gute Ernährung“. In dieser Situation wirken mindestens einer, meist sogar mehrere Minimumfaktoren nicht mehr. Im Klartext bedeutet es, dass die Pflanzen, dessen Wachstum durch die Nahrungsknappheit begrenzt ist, fast uneingeschränkt auf Ressourcen zugreifen können. Die Algen, wie wir in der ersten Folge unseres Ratgebers erwähnt haben, vermögen es, die Nährstoffe als erste zu verwerten. Dadurch verschaffen sie sich einen Vorsprung vor den höheren Pflanzen und breiten sich unkontrolliert aus.

Um zu verstehen, wie Phosphate und Stickstoffverbindungen ins Wasser gelangen und wie es zu einem Überangebot kommt, lasst uns einen Blick auf den jeweiligen Kreislauf werfen.

Phosphorkreislauf

Phosphor ist ein Nährstoff für die Pflanzen und in der Natur nur beschränkt verfügbar. Dieser Stoff gelangt in einen Gartenteich auf folgenden Wegen:

  • Ausscheidungen der Teichbewohner;
  • Zersetzende Futterreste;
  • Tote Pflanzen und Tiere;
  • Düngemittel aus dem Boden rund um den Teich;
  • Regenfälle;/li>
  • Pollen und Laub.

Phosphor kommt im Wasser in Form von Phosphaten vor und zwar als das anorganische Orthophosphat (PO4), das organische Polysphosphat und das an Detritus gebundene Phosphat. Als Nahrung dient den Algen sowie anderen Pflanzen in erster Linie das normale Phosphat, also das Orthophosphat. Ein Teil der von den Tieren ausgeschiedenen Phosphorverbindungen wird somit schleunigst von den Pflanzen aufgenommen und in Biomasse umgewandelt. Ein andere Teil lagert sich im Detritus ein, vorausgesetzt, es sind im Wasser genug Sauerstoff und auch Eisen vorhanden. Das beim Rosten von Eisen entstehende Eisenhydroxid reagiert mit Phosphor und bindet dadurch die Phosphate an Detritus. Ist zum Beispiel in Bodennähe nicht genug Sauerstoff vorhanden, bleibt diese Reaktion aus und Phosphate werden dem Wasser nicht entzogen. Mehr noch, wenn der Sauerstoffgehalt soweit sinkt, dass es unter 5 Milligramm Sauerstoff pro Liter Wasser sind, wird das bereits gebundene Phosphat rapide freigesetzt und gelangt ins Teichwasser. Doch auch bei einem relativ sauerstoffreichen Wasser wird das gelagerte Phosphat freigesetzt und zwar durch das Aufwirbeln von Mulm. Dafür sind die Kois und andere Teichbewohner, die gerne auf dem Bodengrund nach Futter suchen, „verantwortlich“.

Stickstoffkreislauf

Stickstoff ist ein weiterer Nährstoff für die Pflanzen, dessen Überangebot zum explosionsartigen Wachstum der Algen führen kann.
Auf diesen Wegen gelangt Stickstoff in den Teich:

  • Futterreste;
  • Ausscheidungen der Tiere;
  • Abgestorbene Pflanzen;
  • Düngemittel;
  • Regenfälle, Pollen, Laub.

Offensichtlich gleichen sich die Wege des Stickstoffs denen von Phosphor. Ist zu viel Stickstoff im Wasser vorhanden, droht eine Algenplage. Doch wie sind hier die Abläufe genau?

Stickstoffkreislauf in der Natur

Stickstoffkreislauf

Stickstoff ist in den Proteinen gebunden, die selbstverständlich einen Teil von jedem Futtermittel darstellen. Ausgeschieden wird der von den Aminosäuren gespaltene Stickstoff entweder als Ammoniak (NH3) oder als Ammonium (NH4+).

Tote Pflanzen und Tiere, die auf den Teichboden sinken, werden von den Bakterien zersetzt, sodass sich auch unter anderem Ammonium und Ammoniak bilden. Diese gelangen ins Wasser, wenn der Mulm durch die gründelnde Fische aufgewirbelt wird.

Eine weitere Phase im Stickstoffkreislauf ist die Oxidierung von NH3 und NH4+ zu Nitrit (NO2) und Nitrat (NO3). An dieser Stelle betonen wir, dass sowohl Ammoniak als auch Nitrit für die Fische besonders giftig sind und bereits in Konzentrationen unter 0,1 mg pro Liter tödlich sind. Am gefährlichsten wird es unter den Bedingungen des Sauerstoffmangels, wenn die Ammonium-Ionen von den Bakterien verstärkt zum Aufbau von giftigen Stoffen wie Methan (CH4), Schwefelwasserstoff (H2S) oder wiederum Ammoniak (NH3) verwendet werden.

Nebenbei bemerkt: Nicht der Sauerstoffmangel, sondern der Überschuss an giftigen Stickstoffverbindungen führt insbesondere im Sommer häufig zum Fischsterben.

Für unser Thema „Algen“ ist es von prinzipieller Bedeutung zu wissen, dass jeder Überschuss an Stickstoffen zu einer Algenplage führen kann. Wie Sie diese abwenden können, lesen Sie im Teil III dieser Folge.

Sauerstoffmangel – in jeder Hinsicht hochgefährlich

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Sauerstoffmangel verhindern.

Wir haben bereits bei der Analyse des Phosphatkreislaufs im Gartenteich darauf aufmerksam gemacht, dass Sauerstoffmangel die Freisetzung der Phosphorverbindungen fördert und somit zu einem Überschuss dieses Nährstoffs im Wasser führt. Dabei sind die meisten Algen im Hinblick auf den Sauerstoffmangel ziemlich unempfindlich und kommen mit den Werten im für die höheren Pflanzen und Tiere kritischen Bereich zurecht.

Der Mangel an lebenswichtigem Sauerstoff resultiert wiederum zum einen daraus, dass das Wasser kaum umgewälzt wird, vor allem in Bodennähe. Zum anderen sind im Sommer die hohen Wassertemperaturen für einen Sauerstoffmangel zuständig, denn aus dem stark aufgewärmten Wasser entweicht der Sauerstoff besonders schnell. Ist also wenig Sauerstoff im Wasser vorhanden, fangen die Pflanzen und auch Tiere an abzusterben.

Die Algen fühlen sich indes wohl und vermehren sich intensiv. Um einen Sauerstoffmangel zu verhindern muss der Teich stets ausreichend belüftet werden. Alternativ zur Belüftung können auch Wasserpflegeprodukte wie Söll SauerstoffAktiv eingesetzt werden, welche den Sauerstoffgehalt erhöhen.

Instabile, problematische Wasserwerte

Nicht zufällig kommt es häufig in einem neu angelegten Gartenteich oder neu eingerichtetem Aquarium zu einer Algenplage. Nach dem Einfahren des Beckens verschwinden die Algen jedoch häufig von selbst. Doch nicht immer ist das Problem so einfach zu lösen, vor allem, wenn es zu einer Plage in einem Teich oder Aquarium mit Besatz kommt.

Welchen Einfluss haben also die Wasserwerte auf den Ausbruch der Algenplage?

Drei Aspekte sind dabei zu bedenken:

  1. Hartes Wasser ist für die Algen günstig. Was die meisten Fische und auch Wasserpflanzen nicht mögen, ist für die Algen genau richtig, nämlich ein kalkhaltiges Wasser. Bei der Gesamthärte über 20 °dH gedeihen die Algen, andere Pflanzen verkümmern jedoch. Die Wasserhärte hängt zum einen von der Region ab, zum anderen wirkt sich kalkhaltiges Gestein, das zum Beispiel beim Teichbau verwendet wurde, negativ aus. Wasserpflegemittel wie Söll TeichFit können die Wasserhärte optimieren.
  2. Zu hoher pH-Wert fördert ebenfalls das Algenwachstum. Basisches Wasser mit den Werten über 8-9 stellt ein günstiges Milieu für die Algen dar, die meisten Fische mögen jedoch den pH-Wert im Bereich von 6,5 – 7,5. Eine Algenplage macht übrigens die sogenannte Biogene Entkalkung für die Fische noch gefährlicher. Die Biogene Entkalkung, also ein Vorgang, bei dem die Pflanzen ihren Bedarf an Kohlenstoffdioxid aus dem Hydrogenkarbonat decken und Hydroxidionen an das Wasser abgeben, führt zur Steigerung des pH-Wertes. Da so gut wie alle Algen die Biogene Entkalkung nutzen können und auch tatsächlich nutzen, kommt es bei einer Algenblüte zur rapiden Steigerung des pH-Werts – eine Katastrophe für die Teichbewohner. Der pH-Wert kann mit verschiedenen Wasserpflegemitteln wie z.B. Izumi pH-Minus reduziert werden.
  3. Hohe Nitrit-Werte sowie hoher Phosphorgehalt im Wasser sind, wie wir bereits gesehen haben, ebenfalls für den Ausbruch einer Plage mitverantwortlich. Auch die Phospahtwerte können mit Wasserpflegemitteln wie Iszumi PhosphaMin reduziert werden.

Im Teil II unserer Reihe erklären wir, wann und – das Wichtigste – wie eine Algenplage zu bekämpfen wäre.

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