Der Begriff Koi & Nishikigoi – Brokatkarpfen und Farbkarpfen

Wunderschöne bunte Koi werden in Japan eigentlich Nishikigoi genannt. Was steckt hinter diesem Namen und was bedeuten die japanischen Namen der anderen Koi-Varietäten?

Koi oder Nishikigoi?

Cyprinus carpio Yamabuki Hariwake Koi

Cyprinus carpio Yamabuki Hariwake Koi

Wenn Sie in Japan begeistert von Koi reden, dann werden Sie möglicherweise zunächst auf Unverständnis stoßen. Doch schon bald erhellt ein freundliches Lächeln die Gesichter Ihrer Gesprächspartner – Einem Europäer ist ein solcher Fehler natürlich verzeihlich. Was ist passiert? Ganz einfach – Im Japanischen bedeutet „Koi“ lediglich ein „Karpfenfisch“ (Cyprinus carpio). So werden v.a. essbare Karpfen bezeichnet, die in Japan gerne gezüchtet werden. Freilich sind die eleganten „Könige der Gartenteiche“ ebenfalls „Koi“, d.h. Karpfen.

In Japan sind es Nishikigoi – Farbkarpfen oder Brokatkarpfen

Doch sie sind gleichzeitig viel mehr, denn sie heißen eigentlich „Nishikigoi“, was übersetzt „Brokat-“ oder „Farbkarpfen“ heißt (der Anfang vom Wort „Koi“ wird als „G“ ausgesprochen, wenn dieses Wort mit einem anderen verbunden wird). Interessanterweise ist dieser Name gar nicht so alt, wie man sich denken könnte, und erst seit dem letzten Jahrhundert gebräuchlich. So sollte der Begriff „Nishikigoi“ entstanden sein: 1918 kam ein wunderschöner Koi-Karpfen Taisho Sansoku (ein dreifarbiger Kohaku mit schönen weißen Flecken) in Niigata in Japan – Wo auch heute die meisten japanischen Koi gezüchtet werden – zur Welt.

Als ein für die Fischzucht in dieser Präfektur zuständige Beamter dieses prachtvolle Exemplar entdeckte, rief er voller Begeisterung aus: „Das ist aber ein herrlicher Brokatkarpfen (Nishikigoi)! Seither sind farbenfrohe muntere Teichbewohner als Nishikigoi bekannt. Ihr lateinischer Name bleibt Cyprinus carpio und weist darauf hin, dass Koi Karpfenfische sind – Wenn auch besonders schicke.

Koi-Varietäten – Jeder Name ist Programm

Brokatkarpfen – Dieser Name trifft genau zu, denn die Färbung von Koi wirkt wie ein faszinierendes feines Muster, das bewusst entworfen und gekonnt umgesetzt wurde. So verkehrt ist dieser Eindruck auch nicht, denn bestimmte Farbvariationen werden gezielt gezüchtet – Als ein Beispiel dient hier Tancho-Koi mit seinem markanten roten Fleck auf dem weißen Hintergrund, eine Anspielung auf die nationale Sonnenwappenflagge des Nippon.

Cyprinus carpio Asagi Koi

Cyprinus carpio Asagi Koi

Spannend ist es einen Blick auf die Namen der weiteren Koi-Varietäten zu werfen, denn jeder Name hebt die Besonderheiten der Art hervor. Hier ist nur die Auswahl, bezogen auf die wichtigsten Gruppen von Koi. Der Name von Asagi-Koi weist auf seine Färbung hin und bedeutet schlichtweg „Hell-Blau“. „Bekko“ heißt auf japanisch „getrennt“ und betont somit, dass bei der Zucht von diesen Fischen großer Wert auf die klare Trennung von Farbflecken gelegt wird. Der Name der beliebten Kohaku-Koi bedeutet „Bernstein“ – ein klarer Hinweis auf die leuchtenden rot-gelben Flecken von diesen zweifarbigen Fischen.

Der Name „Utsuri“ heißt „Harmonie“, aber auch „Reflexion“ oder „Nachdenken“. Die Färbung dieser Teich-Karpfen ist harmonisch und ausgewogen, sie weist oft ein gleichmäßiges Schachbrettmuster auf. Außerdem symbolisiert Schachspiel Nachdenklichkeit und Fähigkeit zur Konzentration. Ogon – der Name von diesem Koi bedeutet natürlich „Gold“, denn diese Fische begeistern mit ihrem Edelglanz.

Gosanke heißt „Die großen Drei“ – So werden drei große Gruppen von Nishikigoi bezeichnet: Kohaku, Taisho Sanke und Showa. Übrigens sind die Namen Showa und Taisho Sanke nicht auf die Färbung der Schuppen zurück zu führen, sondern auf die Zeit, wann diese Varietät entstanden ist: Jeweils in der Showa-Zeit (1926-1989) und Taisho-Zeit (1912-1926). Somit gewähren die Koi sogar einige Einblicke in die Geschichte Nippons.

1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (4 votes, average: 5,00 out of 5)
Loading...

Add a Comment

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *