Koifutter Grundlagen – Die richtige Fütterung von Koi

Es scheint so einfach zu sein und ist es doch nicht – die Koi-Karpfen artgerecht zu füttern und für eine ausgewogene Ernährung der Fische zu sorgen mit dem richtigen Koifutter. Die größte Schwierigkeit besteht vielleicht darin, dass die Kois auf den ersten Blick recht anspruchslos in Hinblick auf ihr Futter erscheinen und gerne bereit sind, alles zu verschlingen, was auch nur annähernd nach Futter aussieht. Doch der erste Blick täuscht und die Nischikigoi, wie diese imposanten Fische in Japan genannt werden, sind zwar robust, stellen trotzdem recht hohe Ansprüche an die Futterqualität.

Das richtige Koifutter ist wichtig

Das richtige Koifutter ist wichtig

Wir erklären in diesem Beitrag nicht nur welches Koifutter den Kois gut tut und warum, sondern geben Tipps zur richtigen Fütterung sowie zur Lagerung von Futtermitteln. In unseren weiterführenden Ratgeberartikeln gehen wir der „Sache mit dem Futter“ richtig auf den Grund.

Fakten zur Koi Fütterung – Fressverhalten und Futtervorlieben

Nein, es gibt keine Kois in der freien Wildbahn, diese vermutlich infolge einer – sehr vorteilhaften Genmutation – entstandene Art besiedelt Gartenteiche und wird von Menschen gezüchtet und gepflegt. Ob ein zahmer, bunter Koi in der Wildnis überleben würde, ist ebenfalls anzuzweifeln. Doch die wilden und unscheinbaren Verwandten – die gewöhnlichen Karpfenfische (Cyprinus carpio) – zeigen uns, wie das Fressverhalten von Kois in der Natur aussehen könnte.

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Ein paar interessante Fakten zum Fressverhalten unserer Teichbewohner:

  • Karpfen sind Allesfresser. Sie fressen pflanzliche sowie tierische Kost und zwar mehr oder weniger alles, was sie in ihrem Gewässer vorfinden. Mit Vorliebe ernähren sie sich von den vergleichsweise nahrhafteren, leicht verwertbaren tierischen Produkten, darunter vor allem von Insekten und deren Larven. Karpfen sind keine Aas-Fresser, ihr Futter muss am liebsten noch lebendig und auf jeden Fall frisch sein
  • Die Karpfenfische fressen sowohl von der Oberfläche, als auch vom Boden, den sich auf der Suche nach Futter gründlich durchwühlen
  • In der Natur bekommen die Fische so gut wie nie zu viel zu fressen. Sie müssen stets in Bewegung bleiben, ihr Areal nach Futter absuchen und in Konkurrenz mit ihren Artgenossen oder anderen Fischarten treten. Die Karpfen haben keinen Magen, sondern nur eine magenähnliche Erweiterung zum Abspeichern der Nahrung in geringen Mengen. Diese physiologische Eigenart erklärt, warum die Karpfen, darunter freilich auch Kois, kein Gefühl der Sättigung kennen. In ihrem Habitat wird es übrigens aufgrund der permanenten Futterknappheit nie zu einem Problem. In einem Teich indes schon.
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Grundsätzlich lässt es sich behaupten, dass das Fressverhalten von Kois nicht viel anders, als das von wilden Karpfen aussieht.

  1. Die bunten Teichbewohner fressen mit Vorliebe Stoffe tierischen Ursprungs, davon am liebsten Lebendfutter
  2. Sie verschmähen im Normalfall keineswegs pflanzliche Stoffe
  3. Die Fische nehmen ihr Koifutter von der Oberfläche und haben kein Problem damit, Futter vom Boden zu holen
  4. Die Kois erfreuen in der Regel den Besitzer mit ihrem hervorragenden Appetit

Gerade bei dem letzten Punkt, wie schon oben angedeutet, kann es unter Umständen schwierig werden. Daher gehen wir gleich auf die Bedürfnisse der Kois genauer ein.

Das größte Fütterungsgebot – nicht zu viel!

Koi steckt Maul aus Wasser

Koi steckt Maul aus Wasser

Merken die Kois eine Bewegung am Teich, kommen sie fröhlich angestürmt und fangen an zu betteln. Sie stecken ihre Mäuler aus dem Wasser heraus, öffnen die Münder, plantschen und toben. Wer kann da schon widerstehen und nach dem ersten Häppchen noch eins und vielleicht noch ein ganz kleines hinterher geben?

Die Fische freuen sich und verschlingen das Futter restlos. Doch mit dieser Großzügigkeit tut man den Kois keinen Gefallen. Da sie kein Sättigungsgefühl kennen, fressen sie, bis ihr Darm mit Futter vollgestopft ist.

Das hat zweierlei Folgen: Zum einen wird ein Teil des Futters unverdaut ausgeschieden, zum anderen wachsen die Fische unnatürlich schnell und setzen Fett an. Massige Ausscheidungen führen unter anderem zum steigenden Ammoniak-Gehalt im Wasser und dadurch zur sinkenden Wasserqualität. Außerdem ist es schlichtweg schade um das wertvolle Futter.

Zu schnelles Wachstum birgt Gefahren für die Gesundheit der Tiere, denn ihr Organismus entwickelt sich in diesem Fall nicht gleichmäßig, vor allem innere Organe wachsen im Vergleich zur Körperlänge unterproportional. Es versteht sich von selbst, dass Übergewicht ebenfalls gesundheitsschädlich ist und die Lebenserwartung der Tiere verkürzt.

Futtermenge – eine Empfehlung

Mit den Jahren bekommt ein Koi-Halter ein sicheres Gefühl dafür, wie viel Futter seine Fische benötigen, um fit und gesund zu bleiben. Für den Anfang sind aber exakte Mengenempfehlungen sehr hilfreich. Beim Bestimmen der Tagesration spielt das Gewicht der Fische eine entscheidende Rolle, daher zeigen wir zunächst, wie dieses zu ermitteln ist. Einen Koi regelmäßig zu wiegen würde verständlicherweise die Fische in eine schwere Stresssituation versetzen und einen erheblichen Aufwand für den Besitzer bedeuten.

Daher wird das Gewicht anhand der Länge schlichtweg geschätzt.

Bachflohkrebse Tipp: Die Länge eines Kois wird ohne die Schwanzflosse bemessen! Die Länge wird letztendlich ebenfalls geschätzt, doch diese Einschätzung fällt wesentlich einfacher, als eine des Körpergewichts.

Tabelle zur Gewichtsbestimmung von Koi

Länge (cm)510152025303540506070
Gewicht (g)25-5050751002004008001500230025002800

Fütterungsempfehlung nach Gesamtgewicht der Kois im Teich

Gesamtgewicht der Kois im Teich (kg)510152025304050
Empfohlene Futtermenge (g)150-170300450600-62577592512251550

Quelle: Hickling, Steve; Martin, Mick; Brewster, Bernice; Fletcher, Nick: Koi. Eugen Ulme KG, Stuttgart 2007, S. 106.

Bei der Bestimmung der Futtermenge ist das Gewicht der Tiere ein entscheidender Faktor, doch leider nicht der einzige. Folgendes ist unbedingt zu berücksichtigen:

  1. Jungfische brauchen mehr Futter. Die Kois im Alter von unter einem Jahr gehören zu den Jungtieren und befinden sich mitten in einer Phase intensiven Wachstums. Es ist nicht verwunderlich, dass diese Karpfenfische vergleichsweise mehr Futter benötigen und zwar bis zu 10 Prozent von ihrer Körpermasse. Ältere Fische begnügen sich mit 2 bis 3 Prozent oder sogar weniger.
  2. Die Futtermenge hängt von der Wassertemperatur ab und zwar je kälter es wird, desto weniger Futter benötigen die Tiere. Ebenso verlieren die Kois bei der Hitze Appetit. Genauer wird auf die saisonalen Besonderheiten der Koi-Fütterung in unseren Specials eingegangen. Die obigen Tabellen gelten für die Wassertemperatur von +20 Grad Celsius, die für die Karpfenfische am angenehmsten ist.

Tipps und Tricks rund ums Koifutter

Wie viel Futter darf es sein?

Wie viel Futter darf es sein?

Nun wurden die Tagesdosis ermittelt, das Alter der Tiere und die Wassertemperatur berücksichtigt. Es gibt aber ein paar weitere wichtige Regeln für die Koi-Fütterung, die auf keinen Fall unberücksichtigt bleiben dürfen. Die erste davon lautet: Nie die Tagesdosis auf einmal verfüttern!

Es scheint die einfachste Lösung zu sein – morgens zum Teich zu spazieren und die Fische mit einer deftigen Mahlzeit zu verwöhnen. Leider ist das ein grober Fehler. Warum? Weil die Tiere nicht alles auffressen und das zersetzende Futter das Wasser stark belastet, denn die Kapazitäten des Filters sind nicht unbegrenzt. Übrigens beginnt die Zersetzung besonders bei warmen Temperaturen bereits nach ein paar Stunden. Außerdem stopfen die Fische ihren Darm mit Futter voll, was ihrer Verdauung nicht gut tut und durch die gesteigerte Mengen an Ausscheidungen wiederum die Wasserqualität beeinträchtigt.

Wie oft füttern? Fütterungsmenge in Abhängigkeit von der Wassertemperatur

In Abhängigkeit von Wassertemperatur kann folgende Fütterungsempfehlung ausgegeben werden:

WassertemperaturUnter 10°C10°C12°C15°C15-20°C23°C25°C30°C
Zahl der Fütterungen01-2 mal pro Woche1 mal pro Tag2 mal pro Tag3 mal pro Tag4 mal pro Tag5 mal pro Tag5 mal pro Tag, reduzierte Portion
Bachflohkrebse Tipp: Ob es tatsächlich bei Temperaturen unter 10 Grad Celsius generell auf die Fütterung verzichtet werden soll, ist bei Koi-Fachleuten umstritten. Am besten hilft es, die Tiere genau zu beobachten. Wenn die Kois in Bewegung bleiben und Interesse am Futter zeigen, dann sollen sie auch das Futter bekommen, wenn auch nicht jeden Tag.

Fastentag für Kois?

Zahlreiche Koi-Halter und Züchter lassen ihre Kois einmal wöchentlich oder alle zehn bis zwölf Tage fasten. Diese Praxis, oft auch bei Aquarienfischen angewandt, rührt von der natürlichen Lebensweise der Tiere her. In der freien Wildbahn findet kaum ein Fisch zu viel zu fressen, die Nahrungsmittel bleiben knapp. In einem künstlichen Gewässer, von Menschen gepflegt, bekommen die Fische meist doch etwas zu viel, außerdem sind ihre Bewegungsmöglichkeiten eingeschränkt – kein Gartenteich kann sich in seiner Größe mit einem natürlichen Gewässer messen. Ein Fastentag simuliert die Nahrungsmittelknappheit, ohne die Fische hungern zu lassen, ist also durchaus empfehlenswert.

Füttern in Abwesenheit

Futterautomat für Koi Teiche

Futterautomat für Koi Teiche

Ein bis vier Tage nacheinander zu fasten stellt für die Kois kein Problem dar. Was tun aber, wenn ein Urlaub oder eine längere Dienstreise anstehen? Es gibt zwei Möglichkeiten, sich in diesem Fall zu helfen. Zum einen ist die Nachbarschaftshilfe gefragt, die Freunde oder Nachbarn müssen allerdings in die Feinheiten der Koi-Fütterung gründlich eingeweiht sein. Welches Futter, wie viel füttern, wie oft – diese Fragen müssen geklärt werden. Nun, ob es wirklich hilfsbereite Menschen gibt, die drei-viermal täglich vorbeikommen, um die Fische artgerecht mit Futter zu versorgen, steht auf einem anderen Blatt.

Falls es keine Helfer gibt, bleibt es, die Hoffnung auf die intelligente Technik zu setzen. Im Handel sind zuverlässige Futterautomaten zu finden, die Fische streng nach einem von ihrem Besitzer festgelegten Plan mit Futtermitteln versorgen. Mehr dazu in unserem Special über die Fütterungstechnik, unter anderem über die diversen Modelle und Ausführungen von Fütterungsautomaten.

Wie füttern?

Es stellt sich außerdem eine rein praktische Frage – wie reiche ich das Futter ein? Optimal ist es, die Körner (Pellets, Sticks usw.) breit verstreut in den Teich zu werfen, damit kein Gemenge entsteht und auch die schüchternen und schwächeren Tiere ihre Portion erhalten. Diesem Zweck dient auch die Empfehlung, stets Schwimm- mit Sinkfutter zu mischen. Außerdem sollen in jeder Portion Futterbrocken in einer Körnung dabei sein, die der kleinste Koi nehmen kann.

Zahme Kois per Hand füttern

Zahme Kois per Hand füttern

Zahme Kois werden von Hand gefüttert

Das ist ein Spaß für Mensch und Tier – eine Handfütterung! Kois werden vergleichsweise leicht handzahm, vor allem die Varietäten Chagoi und Ohiba Shigure. Grundsätzlich kommen ja sowieso fast alle Kois angestürmt, wenn sie einen Menschen am Teichrand erblicken. Doch ohne eine Eingewöhnung sind die Fische nicht bereit, Futter aus der Hand zu nehmen.

Wie gewöhne ich meine Koi an die Handfütterung?

Um einen Koi an die Handfütterung zu gewöhnen, bedarf es einiges an Geduld. Vor allem gilt es einen passenden Kandidaten auszusuchen – einen Fisch, der am zutraulichsten zu sein scheint. Dann wird ein Leckerbissen, sei es ein Stück Graubrot oder eine Garnele, in die Hand genommen und zunächst unter der Wasseroberfläche gehalten.

In seinem Element fühlt sich der Fisch wohl und ist eher bereit, das Futter zu nehmen. Danach gilt es zu versuchen, das Futter knapp oberhalb des Wassers zu halten. Vielleicht vergehen einige Tage, bis sich der Koi doch traut und das Futter nimmt. Ab da geht die Fütterung dann leicht „von der Hand“. Höchstwahrscheinlich gesellen sich auch andere Nishikigoi dazu und es entsteht ein Wettstreit. Summa summarum ist die Handfütterung eher eine Art Attraktion und keine geeignete Methode, das Hauptfutter Tag für Tag zu verabreichen.

Koifutter – was ist drin?

Koifutter Mischung mit guten Werten

Koifutter Mix Mischung mit guten Werten

In unseren Beiträgen zur Koi-Fütterung rund ums ganze Jahr zeigen wir auf, welche Zutaten in den jeweiligen Futtersorten zu finden sind. An dieser Stelle gehen wir nur relativ kurz auf die analytischen Bestandteile ein, die auf einer Futterverpackung häufig aufgelistet sind. Die sogenannte „Weender Futtermittelanalyse“ ist für Tierfutter vorgeschrieben und basiert auf in einem spezialisierten Labor ermittelten Werten.

  • Rohprotein: Unter diesem Sammelbegriff verbergen sich diverse Verbindungen, die Stickstoffe enthalten. Es sind eiweißähnliche Bestandteile, darunter Alkaloide (alkalische, organische Verbindungen), Aminosäuren (Bausteine der Proteine), Peptide (Sequenzen der Aminosäuren, „kleine“ Proteine). Mithilfe von Proteinen baut sich der Körper auf, diese Verbindungen sind im Muskelgewebe, Haut und Schuppen präsent. Proteinmangel ist lebensgefährlich und kann im schlimmsten Falle zum Tode führen.
  • Rohfett: Darunter sind alle Fettsäuren gemeint, sowohl tierischen, als auch pflanzlichen Ursprungs. Fette gehören, genauso wie Proteine, zu den lebenswichtigen Bestandteilen jeder Ernährung und sind unter anderem für die Aufnahme von fettlöslichen Vitaminen wie zum Beispiel Vitamin A, D oder E notwendig.
  • Rohasche: Der Anteil an Rohasche gibt indirekt den Anteil an Mineralstoffen im Futter an. Die Mineralien, darunter Calcium, Magnesium, Eisen oder Mangan, sind für den Körper essentiell, das heißt, sie können nicht vom Organismus synthetisiert werden und sind dabei lebensnotwendig. Mineralstoffe sind in jeder Zelle enthalten, ganz besonders wichtig sind sie für den Aufbau des Skeletts, der Schuppen und Flossen der Fische. Rohasche ist das, was vom Futter übrig bleibt, wenn es bei über 500 Grad Celsius verbrannt wird, daher dieser Begriff.
  • Rohfaser: Das sind zum großen Teil Ballaststoffe, also unverdauliche Teile, die nichtsdestotrotz in jeder Nahrung präsent sein sollen, um die Darmtätigkeit zu fördern.
  • Feuchte: Manchmal ist auch diese Angabe zu finden. Der Gehalt an Feuchte in einem Trockenfutter darf 14 Prozent nicht übersteigen.
  • Vitamine: Oft sind Futtermittel mit Vitaminen angereichert, aber auch ohnehin enthält jede vollwertige Nahrung einen bestimmten Anteil an Vitaminen. Hier nur einige Beispiele an notwendigen Vitaminen: Vitamin A ist für die Blutbildung, Fortpflanzung und die Stärkung des Immunsystems unerlässlich. Vitamin D, beziehungsweise eine Reihe der D-Vitaminen, sind für den Calciumhaushalt zuständig, bei der Entstehung von Knochenstammzellen aktiv und für das einwandfreie Funktionieren des Immunsystems ebenfalls notwendig. Vitamin C ist vor allem für die körpereigene Abwehr verantwortlich und ist eine potente Antioxidans. Selbstverständlich enthalten die Futtermittel eine Reihe an weiteren Vitaminen, allein die Aufzählung der Bestandteile würde den Rahmen dieses Beitrags sprengen.

Das fertige Koi-Futter, in welcher Form es auch angeboten wird, ob Pellets, Sticks oder Flocken, wird von Ernährungswissenschaftlern sorgfältig zusammen gestellt. Das Futter enthält somit alle Elemente wie Fette, Eiweiße usw., die ein Fisch braucht, und zwar nicht nur auf die Fischart, sondern auch auf das Alter der Tiere und die Jahreszeit abgestimmt. Somit eignet sich Trockenfutter als ein Alleinfuttermittel, was freilich nicht ausschließt, dass der Speiseplan der Kois von der Abwechslung nicht gewinnen würde.

Futtersorten für Kois im Überblick

Koifutter Mix 6 mm Körnung Pellets

Koifutter Mix 6 mm Körnung Pellets

Alle Futtermittel, die sich am Markt vorfinden, können zum  inen in Fertigfutter (Futtermischungen, Trockenfutter) und Futtertiere unterteilt werden. Die Futtermischungen werden nach mehrfach getesteten Rezepturen aus pflanzlichen und tierischen Produkten hergestellt sowie mit Nahrungsergänzungen angereichert. Bei den Futtertieren handelt es sich um Kleinlebewesen wie zum Beispiel Artemia, Seidenraupen oder Mehlwürmer, die von den Fischen gerne verspeist werden.

Diese Tierchen werden grundsätzlich in drei Varianten angeboten: als Lebendfutter, Frostfutter oder Trockenfutter. Darüber hinaus gibt es oft Nahrungsergänzungen wie Spirulina oder auch Fischöle zu kaufen. Während die Futtermischungen als Grundnahrung (Alleinfutter) geeignet sind, sorgen die Kleinlebewesen für Abwechslung und liefern gleichzeitig lebenswichtige Nähr- und Vitalstoffe. Erfahrene Koi-Halter und Züchter füttern ihre Tiere sowohl mit den Mischungen, als auch mit Kleinlebewesen, denn Karpfenfische brauchen für ihre körperliche und psychische Entwicklung ein Stück „richtiges Fleisch“ und wollen auch mal ein Beutetier „erlegen“ zu dürfen.

Die Futtermischungen gibt es als:

Zwischen diesen Futterarten besteht insofern kein prinzipieller Unterschied, da es sich um eine gepresste Futtermasse handelt. Allein die Form ist jeweils eine andere. Viel wichtiger ist die Körnung: Je kleiner die Pellets, Sticks oder Granulat ausfallen, desto leichter haben es kleinere unter den Kois, dieses Futter zu schlucken. Für große Exemplare sind dagegen große Körnungen bestimmt, damit die Fische schneller satt werden.

Weiterhin können alle Trockenfutter-Sorten in Schwimm- und Sinkfutter unterteilt werden. Einige Sorten der Sticks, Pellets oder auch Flocken bleiben längere Zeit auf der Oberfläche und werden von den Fische dort genommen. Andere sinken sofort und werden entweder im Wasser oder vom Boden genommen. In unseren Specials erklären wir, warum beide Futterarten unverzichtbar sind und was ist bei der Fütterung jeweils zu beachten.

Aufzuchtfutter für Koi ab 10 cm

Aufzuchtfutter für Koi ab 10 cm

Je nach der Körnung und Zusammensetzung des Futters wird außerdem zwischen dem Aufzuchtfutter (CypriCo Grower), Futter für Jungfische (Cyprico Grower 6 mm) und dem Futter für ausgewachsene Kois unterschieden. Mehr dazu in den jeweiligen Beiträgen zu einzelnen Sorten der Futtermischungen.

Das gesamte Sortiment der Trockenmischungen für Kois wird darüber hinaus in saisonale Futtersorten unterteilt: Winter, Herbst/Frühjahr und Sommerfutter unterscheiden sich stark in ihrer Zusammensetzung. Um zu verstehen, warum es unerlässlich ist, nur ein entsprechendes Futtermittel zu jeder Jahreszeit zu verabreichen, werfen wir einen kurzen Blick auf das Leben der bunten Karpfen im Kreislauf der Jahreszeiten.

Ein Jahr mit Kois – Frühjahr bis Winterfutter

Der Jahresstart fällt auf den tiefen Winter. Tagestemperaturen unter dem Gefrierpunkt, die gesamte Landschaft ist in eine Schneedecke verhüllt, der Teich friert zu. Um den Kois Zugang zur frischen Luft zu verschaffen, muss das Eis regelmäßig aufgebrochen werden.

Die Fische halten sich meist in den unteren Wasserschichten auf, dort ist es wärmer. Sie sparen Energie, bewegen sich wenig und nehmen kaum Futter zu sich. Ihr gesamter Stoffwechsel haben die Nishikigoi mit dem Wintereinbruch heruntergefahren. Fische sind ja wechselwarme Tiere, so dass sie keine konstante Körpertemperatur haben und sich daher an die Außentemperaturen anpassen müssen.

Steigen die Temperaturen, auch im Winter, kommt Bewegung in den Gartenteich. Die Kois sind schon mal an der Oberfläche zu sehen, sie kommen, um zu betteln und zeigen ihrem Besitzer – da hat jemand Hunger. Die Fische ziehen ihre Bahnen im kleinen Gewässer, ihr Stoffwechsel wird angekurbelt, sie verbrauchen Energie und brauchen verständlicherweise immer wieder ein Häppchen. Mit einem erneuten Kälteeinbruch wird es im Teich schon wieder ruhiger.

Im Frühjahr erblüht der Garten und die Kois erwachen endgültig aus ihrem „Winterschlaf“. Sie spielen, plätschern, toben. Es kommt die Zeit des Wachstums, der Regeneration. Es kommt die Zeit der Liebe und ein Züchter freut sich auf den kunterbunten Nachwuchs.

Im Sommer herrscht im Teich „High-Life“, die Kois wachsen weiter, wenn auch in der Regel nicht so intensiv, wie in den Frühlingsmonaten. Sie sind aktiv und dementsprechend andauernd hungrig. Steigen indes die Lufttemperaturen über 30 Grad, so dass sich auch das Wasser stark erwärmt und der Sauerstoffgehalt sinkt, werden die Karpfenfische langsamer. Sie schnappen an der Oberfläche nach Luft und ziehen sich zurück in die Tiefe, dorthin, wo es deutlich kühler ist. Sie essen wenig, obwohl sie nicht ganz den Appetit verlieren.

Wichtig: Während der Hitzeperioden ist der Teich unbedingt zu belüften, denn die Hitze gepaart mit Sauerstoffmangel ist die häufigste Todesursache von den Kois!

Im Herbst bereiten sich die Tiere auf den langen Winter vor, sie setzen etwas Fett an und fahren langsam ihren Stoffwechsel herunter. Sie wachsen kaum, sind weniger aktiv. An sonnigen, warmen Tagen scheint es im Teich fast sommerlich zu zugehen. Kühle Nächte mit den frostigen Temperaturen fühlen sich winterlich an, die Kois werden merklich ruhiger und fressen etwas weniger.

Zwar gehen wir in unseren Spezialbeiträgen ausführlicher auf die Besonderheiten der saisonalen Fütterung ein, doch bereits aus diesem kurzen Überblick wird es offensichtlich, dass jede Jahreszeit ein besonderes Futtermittel bedarf. Kein Wunder, dass sich am Markt neben dem ganzjährigen Futter auch Sommerfutter wie Koi Professional von Sera, Winterfutter wie Hikari Wheat Germ oder Winter Vital und Mischungen für Frühjahr/Herbst wie Energie Koipellets oder Koi Pellets Koi CypriCo Gelb zu entdecken sind.

Bachflohkrebse Tipp: Hinweis: In einem beheizten Teich herrschen rund um das ganze Jahr angenehme Temperaturen, wenn auch ein Temperaturunterschied von Jahreszeit zu Jahreszeit trotzdem bemerkbar ist. Kois in einem beheizten Teich können grundsätzlich immer mit dem Allwetterfutter versorgt werden. Futterpausen im Winter sind natürlich zu streichen. Zugabe von saisonalen Futtersorten ist aber auch in diesem Fall empfehlenswert.

Leckere Futterergänzungen – Kleinlebewesen und andere Leckereien

Getrocknete Garnelen für Kois

Getrocknete Garnelen für Kois

Der Markt bietet einem Koi-Liebhaber alles, was seine Seele und auch die Seelen seiner Tiere begehren: Trockenfutter für jede Fischgröße und Jahreszeit, Kleinlebewesen, Futterergänzungen und, und, und. Und trotzdem macht es Spaß, die sympathischen Fische, die im Laufe der Jahre zu Familienmitgliedern werden, ein bisschen zu verwöhnen und ihnen Leckerchen aus der Küche zu servieren.

Eine Anmerkung vorab: Die bunten Kois – das betrifft freilich auch alle anderen Teich- oder Aquariumbewohner – sind keine Biotonne oder Restmüllverwerter. Keine Speisereste gehören in den Teich, da unsere Gerichte mit Gewürzen und Zusätzen vermischt sind, die für Kois schädlich, ja sogar tödlich sein können. Auch kleine Reste von einer Soße oder zum Beispiel vom Bratfett führen zu Verdauungsproblemen, daher sollen die Speisen für Kois extra zubereitet werden.

Um die Fische abwechslungsreich zu ernähren, können ab und an Reis, Nudeln oder auch gekochte Kartoffeln verfüttert werden. Diese Speisen schmecken den Fischen gut und versorgen die Tiere mit Nährstoffen. Für eine ausgewogene Ernährung sind diese Gerichten indes nicht geeignet – genauso wie wir Menschen uns nicht ausschließlich von Spagetti und Pellkartoffeln ernähren dürfen. Zubereitung von komplexen, nach allen Regeln der Ernährungswissenschaft erstellten Gerichten ist zwar möglich, aber ausgesprochen zeit- und kraftaufwendig und angesichts der Vielfalt an hochwertigen Futtermitteln letztendlich nicht unbedingt notwendig.

Etwas anderes sind natürlich die feinen und gesunden Leckerlis, die Kois ein-zweimal in der Woche bekommen und an denen sie sich gerne laben.

Leckeres für Nishikigoi

Es gibt eine Reihe von Lebensmitteln, die den Kois schmecken und gut tun, so dass diese Speisen in Maßen, ein paar mal wöchentlich, angeboten werden dürfen.

Hier sind die beliebtesten Koi-Leckerchen:

  • Garnelen und Shrimps. Geschält, roh oder gekocht, sind Garnelen eine nahezu perfekte Eiweißquelle. Tierische Proteine sind für die Kois leichter verdaulich, als die pflanzlichen, so dass diese auch als ein Bestand des Fertigfutters vorzuziehen sind. Garnelen sind bestens für die Handfütterung geeignet, allerdings genau wegen dem hohen Proteingehalt am liebsten bei Temperaturen über 15 Grad zu verfüttern.
  • Weizenkeime sind nahrhaft und auch bei niedrigen Wassertemperaturen gut verdaulich, außerdem schmeckt den Kois das weiche, aromatische Brot sehr gut. Es wird indes davon abgeraten, Weißbrot zu verabreichen, da es schädliche Bleiche enthalten könnte. Da im Brot in der Regel Zucker und Salz enthalten sind, darf dieses Leckerbissen nur in begrenzten Mengen gegeben werden, als Alleinfutter ist das Brot nicht geeignet.
  • Kopfsalat ist eine gesunde Vitaminquelle und schmeckt köstlich. Je nachdem wie viele Kois den Gartenteich besiedeln, können nicht nur ein paar Blätter, sondern ganze Salatköpfe verfüttert werden. Was die Fische nach 10-15 Minuten nicht aufgefressen haben, soll aus dem Teich entfernt werden, um die Wasserqualität nicht zu gefährden.
  • Neben dem Salat sind auch Orangen eine willkommene Abwechslung und eine Vitamin-C-Quelle. Eine geviertelte Orange kann ins Wasser gegeben werden, so dass die Fische daran zupfen und am Ende nur die Schale übrig lassen. Melonen oder Wassermelone können ebenfalls angeboten werden.
  • Seltsamerweise finden die Kois den intensiven Geschmack von Knoblauch attraktiv und fressen gerne eine Zehe. Knoblauch tut gut, übertreiben soll man mit diesem ungewöhnlichen Leckerbissen lieber nicht.

Noch eine Warnung zum Schluss: Bohnen, Erbsen und Mais sind für Kois unverdaulich, auf diese Speisen soll unbedingt verzichtet werden.

Futter einkaufen und richtig lagern

Koifutter wird in Plastikeimern oder zum Beispiel Säcken mit einem Volumen bis zu 10 Litern oder sogar mehr angeboten. Je höher die Menge, desto günstiger fällt der Kilopreis aus – für die Koi-Anfänger eine Versuchung, gleich die größtmögliche Verpackung zu bestellen. Eine Fehlentscheidung!

Zwar sind die Futtermittel recht lange haltbar, doch das Verfallsdatum gilt nur für eine ungeöffnete Verpackung. Sind ein Eimer oder Sack einmal geöffnet, wird das Futter der Einwirkung von Luft und Licht ausgesetzt. Dadurch verkürzt sich die Lagerungszeit radikal, auch wenn die Verpackung zwischen den Futterentnahmen verschlossen bleibt. Vor allem sind die im Futter enthaltenen Vitamine empfindlich und zerfallen nach ein paar Wochen. Es wurde ermittelt, dass nach einem Monat bereits die Hälfte aller Vitamine zerfallen ist. Somit verliert das an und für sich hochwertige Futter seine Eigenschaften und hält die Fische zwar satt, macht sie aber nicht gesund und fit.

Als eine Faustregel gilt: Eine Verpackung soll innerhalb von zwei Wochen aufgebraucht sein. Es ist freilich kein Problem, gleich mehrere Packungen zu bestellen, die nach und nach geöffnet werden.

Aufzubewahren ist das Futter für die Kois an einem dunklen, kühlen und trockenen Ort. Je weniger Licht wirkt auf das Futter ein, desto besser. Kühle Temperaturen verlängern die Lagerungszeit. Trockenheit hemmt das Wachstum der Schimmelpilze. Im Übrigens in natürlich auf das Verfallsdatum zu achten.

Fütterung von bunten Nishikigoi ist eine komplexe Angelegenheit, die wir in diesem Beitrag nur teilweise erläutern konnten. Unsere Specials gehen der Materie noch mehr auf den Grund und informieren Sie ausführlich über die einzelnen Futterarten sowie die Futtersorten aus unserem Online-Shop.

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