Algenblüte im Frühjahr verhindern – Der komplette Leitfaden für Teichbesitzer
Warum Algen im Frühling explodieren und wie Sie mit Phosphatbindern, UVC-Klärern und Pflanzen dauerhaft vorbeugen
Jedes Frühjahr das gleiche Bild: Kaum werden die Tage länger und die Temperaturen steigen, verwandelt sich das klare Teichwasser in eine trübe, grünliche Brühe. Die Algenblüte schlägt zu – und das oft innerhalb weniger Tage. Doch was viele Teichbesitzer nicht wissen: Die Weichen für dieses Problem werden bereits Wochen vorher gestellt. Wer jetzt die richtigen Maßnahmen ergreift, kann die Frühjahrs-Algenblüte verhindern oder zumindest drastisch reduzieren. In diesem ausführlichen Ratgeber erfahren Sie, warum Algen gerade im Frühjahr explodieren und was Sie dagegen tun können.

Dichter Algenbelag auf der Teichoberfläche – ein typisches Bild im Frühjahr, das sich mit der richtigen Vorsorge verhindern lässt.
Warum Algen ausgerechnet im Frühjahr explodieren
Um die Frühjahrs-Algenblüte zu verstehen, muss man sich das Zusammenspiel verschiedener Faktoren vor Augen führen. Im Kern geht es um ein Ungleichgewicht: Die Algen haben nach dem Winter einen entscheidenden Vorsprung gegenüber allen anderen Pflanzen im Teich.
Während höhere Wasserpflanzen wie Seerosen, Hornkraut oder Wasserpest erst bei Temperaturen ab etwa 12 bis 15 Grad Celsius mit dem Wachstum beginnen, sind viele Algenarten bereits bei deutlich niedrigeren Temperaturen aktiv. Schon bei 5 bis 8 Grad Celsius starten Schwebe- und Fadenalgen ihre Vermehrung. Das verschafft ihnen einen zeitlichen Vorsprung von vier bis sechs Wochen – eine Zeitspanne, in der sie das Nährstoffangebot im Teich ungestört für sich nutzen können, da noch keine Konkurrenten vorhanden sind. Fachleute sprechen von der sogenannten „Frühjahrslücke“.
Gleichzeitig ist das Nährstoffangebot im Wasser nach dem Winter besonders hoch. Über die Wintermonate hat sich auf dem Teichgrund organisches Material angesammelt: abgesunkenes Laub, abgestorbene Pflanzenreste, Fischausscheidungen und Futterreste. All dieses Material zersetzt sich langsam und setzt dabei Nährstoffe frei – vor allem Phosphat und Nitrat. Diese beiden Stoffe sind der Haupttreiber des Algenwachstums.
⚠ Wussten Sie? Für eine Algen-Biomasse von 2,5 Kilogramm reichen bereits 3 Milligramm Phosphat pro Liter Teichwasser aus. Phosphat ist der Algennährstoff Nummer eins. Schon kleinste Mengen genügen, um eine explosionsartige Vermehrung auszulösen. Und: Ist das Phosphat einmal im Teich, bleibt es dort – es kann nicht mechanisch entfernt werden, sondern muss chemisch gebunden werden.
Hinzu kommen die länger werdenden Tage: Mehr Sonnenlicht bedeutet mehr Energie für die Photosynthese der Algen. Flache Teiche, die sich schnell erwärmen, und Teiche ohne ausreichende Beschattung sind besonders anfällig. Und auch die Filterbiologie ist nach dem Winter noch nicht leistungsfähig – die nützlichen Bakterien, die normalerweise überschüssige Nährstoffe abbauen, arbeiten bei niedrigen Temperaturen nur sehr eingeschränkt.
Schwebealgen und Fadenalgen – zwei verschiedene Probleme
Wenn Teichbesitzer von der Algenblüte sprechen, meinen sie in der Regel zwei grundverschiedene Algentypen, die jeweils andere Gegenmaßnahmen erfordern.

Ein Teich mit starkem Algenbewuchs – wenn die Vorsorge im Frühjahr versäumt wurde, kann das Wasser schnell kippen.
Schwebealgen sind mikroskopisch kleine Einzeller, die frei im Wasser schweben und es grün trüben. Sie sind die Hauptverursacher des typischen „grünen Wassers“. Schwebealgen vermehren sich rasend schnell, wenn ausreichend Nährstoffe und Licht vorhanden sind. Gegen sie helfen vor allem UVC-Klärer, die in den Filterkreislauf integriert werden. Die ultraviolette Strahlung zerstört die Zellstruktur der Algen, die anschließend verklumpen und vom Teichfilter aufgenommen werden.
Fadenalgen bilden lange, fadenartige Strukturen, die an Steinen, Folie und Pflanzen haften. Sie können meterlang werden und große Teile des Teiches überwuchern. Gegen Fadenalgen hilft ein UVC-Klärer allein nicht, da sie nicht frei im Wasser schweben. Hier sind andere Maßnahmen gefragt: regelmäßiges Abkeschern, Nährstoffentzug durch Phosphatbinder und die Förderung konkurrierender Wasserpflanzen.
Die richtige Vorsorge: Nährstoffe entziehen, bevor die Algen starten
Das wichtigste Prinzip der Algenbekämpfung lautet: Entziehen Sie den Algen die Nahrungsgrundlage. Alle anderen Maßnahmen – ob UVC-Klärer, Algenvernichter oder Kescher – bekämpfen nur die Symptome. Wer den Phosphatgehalt im Teich dauerhaft senkt, entzieht den Algen buchstäblich den Boden unter den Füßen.
1. Teichgrund reinigen – Schlamm und Laub entfernen
Noch bevor die Temperaturen im Frühjahr steigen, sollten Sie den Teichgrund von organischen Ablagerungen befreien. Im Mulm – der Vorstufe des Teichschlamms – stecken enorme Mengen an Nährstoffen, die mit steigender Wassertemperatur freigesetzt werden und den Algen als Startdünger dienen.

Regelmäßiges Abkeschern von Pflanzenresten und Algen gehört zur Grundpflege im Frühjahr.
Verwenden Sie einen Teichschlammsauger, um den Mulm vom Boden abzusaugen. Wichtig: Entfernen Sie nicht den gesamten Schlamm, da er auch nützliche Mikroorganismen beherbergt. Etwa 70 Prozent des Schlamms zu entfernen und den Rest als „Impfstoff“ für die Teichbiologie zu belassen, hat sich in der Praxis bewährt. Filtern Sie das abgesaugte Wasser und führen Sie es dem Teich wieder zu, anstatt es komplett zu ersetzen – frisches Leitungswasser bringt häufig selbst Phosphat mit, das von den Wasserwerken zur Korrosionsvorbeugung zugesetzt wird.
2. Phosphat binden – den Algennährstoff Nummer eins neutralisieren
Phosphat ist der Schlüsselfaktor für Algenwachstum. Der Idealwert liegt unter 0,035 mg/l – bei diesem Wert ist explosives Algenwachstum praktisch unmöglich. In den meisten Gartenteichen liegt der Phosphatwert im Frühjahr jedoch deutlich darüber.
Moderne Phosphatbinder sind hochwirksam und gleichzeitig unbedenklich für Fische und andere Teichbewohner. Sie werden entweder direkt in den Teich dosiert oder in der letzten Filterkammer platziert. Der Phosphatbinder bindet das gelöste Phosphat mineralisch, sodass es den Algen nicht mehr als Nahrung zur Verfügung steht. Besonders wichtig: Wenn Sie Schwebealgen mit einem UVC-Klärer abtöten, wird das in den Algen gebundene Phosphat wieder freigesetzt. Ohne gleichzeitigen Einsatz eines Phosphatbinders würde dieses Phosphat sofort neues Algenwachstum auslösen – zum Beispiel in Form von Fadenalgen.
✅ Expertentipp: Phosphatquellen identifizieren
Phosphat gelangt auf vielen Wegen in Ihren Teich – nicht nur durch verrottendes Laub. Häufig übersehene Quellen sind: Leitungswasser (Wasserwerke setzen Phosphat zur Korrosionsschutz zu), Regenwasser vom Dach (Blütenpollen und Laub in der Dachrinne), eingeschwemmter Rasendünger bei Regen, überschüssiges Fischfutter und sogar kalkhaltige Steine in der Teichumrandung. Testen Sie Ihr Leitungswasser auf Phosphat, bevor Sie den Teich damit auffüllen.
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3. Wasserpflanzen – die natürlichen Algenkämpfer
Wasserpflanzen sind Ihre stärksten Verbündeten im Kampf gegen Algen. Sie konkurrieren direkt mit den Algen um Nährstoffe und entziehen dem Wasser Phosphat und Nitrat. Zusätzlich spenden sie Schatten und reduzieren so die Lichtzufuhr, die Algen für die Photosynthese benötigen. Einige Pflanzenarten produzieren sogar sogenannte allelopathische Stoffe – natürliche Substanzen, die das Algenwachstum direkt hemmen.

Ein gut bepflanzter Teich mit Seerosen und Unterwasserpflanzen – natürliche Nährstoffkonkurrenten, die Algen in Schach halten.
Besonders wirkungsvoll sind Unterwasserpflanzen wie Hornkraut (Ceratophyllum) und Wasserpest (Elodea). Diese Arten werden bereits bei niedrigeren Temperaturen aktiv und können die Frühjahrslücke teilweise schließen. Schwimmpflanzen wie Froschbiss oder Muschelblumen spenden Schatten und filtern Nährstoffe direkt aus dem Wasser. Sumpfpflanzen am Teichrand fungieren als natürlicher Vorfilter und nehmen überschüssige Nährstoffe auf, bevor sie in den Teich gelangen.
Schneiden Sie die Pflanzen im Frühjahr zurück und entfernen Sie abgestorbene Pflanzenteile. Teilen Sie zu groß gewordene Bestände. Wichtig: Das Schnittgut muss aus dem Teich entfernt werden – auf den Kompost damit, nicht zurück ins Wasser. Nur so entziehen Sie dem Teich tatsächlich Nährstoffe.
4. UVC-Klärer – unverzichtbar gegen grünes Wasser
Ein UVC-Klärer ist eines der wirksamsten Mittel gegen Schwebealgen. Das Prinzip ist einfach: Teichwasser wird durch ein Gehäuse mit einer UV-C-Lampe gepumpt. Die energiereiche Strahlung zerstört die Zellstruktur der Schwebealgen. Die abgetöteten Algen verklumpen und werden anschließend vom Teichfilter aufgefangen.
Installieren Sie den UVC-Klärer stets vor dem Teichfilter, nicht dahinter. So können die abgetöteten Algen direkt herausgefiltert werden. Beachten Sie die korrekte Dimensionierung: Für Teiche mit Fischbesatz sollte die Durchflussrate maximal 400 Liter pro Stunde pro Watt UVC-Leistung betragen. Für Koiteiche mit starkem Besatz empfehlen sich höhere Leistungen.
💡 Profi-Tipp: UVC-Lampe rechtzeitig tauschen!
Die Wirkung einer UVC-Lampe lässt nach einer Saison deutlich nach – auch wenn sie noch leuchtet. Die UV-C-Strahlung nimmt mit der Betriebsdauer kontinuierlich ab. Tauschen Sie das Leuchtmittel daher zu Saisonbeginn aus. Und: Schalten Sie den UVC-Klärer nicht dauerhaft an. Ist das Wasser klar, können Sie ihn ausschalten und so die Lebensdauer der Lampe verlängern.
5. Filterbiologie aktivieren – Starterbakterien einsetzen
Wie bereits erwähnt, ist die Filterbiologie im Frühjahr nach dem Winter stark geschwächt. Die nützlichen Bakterien, die im Biofilter Ammoniak und Nitrit abbauen, arbeiten erst ab etwa 10 Grad Celsius wieder effektiv. Bis dahin können sich Nährstoffe im Wasser anreichern und das Algenwachstum fördern.
Verwenden Sie Starterbakterien, sobald die Wassertemperatur stabil über 10 Grad liegt. Schalten Sie die UVC-Lampe für 24 bis 48 Stunden nach der Zugabe der Bakterien aus, damit diese sich ungestört im Filtermaterial ansiedeln können. Sorgen Sie außerdem für eine gute Belüftung des Filters – Sauerstoff ist essentiell für die Arbeit der Filterbakterien.
Beschattung: Weniger Licht, weniger Algen
Algen brauchen Licht für die Photosynthese. Eine gezielte Beschattung des Teiches kann das Algenwachstum um bis zu 70 Prozent reduzieren. Idealerweise sollte ein Gartenteich nicht mehr als fünf bis sechs Stunden direkte Sonneneinstrahlung pro Tag erhalten.

Ein naturnaher Teich mit teilweiser Beschattung durch umliegende Vegetation – ideal zur Algenvorbeugung.
Natürlichen Schatten spenden Sträucher und Stauden am Teichrand, Seerosen mit ihren großen Schwimmblättern oder auch Sonnensegel. Achten Sie bei Laubbäumen jedoch darauf, im Herbst ein Laubnetz über den Teich zu spannen – sonst schaffen Sie sich mit dem Laub neue Nährstoffquellen für die nächste Algenblüte.
Auch die Wassertiefe spielt eine Rolle: Flache Teiche erwärmen sich schneller und bieten Algen bessere Bedingungen. Eine Mindesttiefe von 80 bis 100 Zentimetern im Hauptbereich und eine tiefe Zone von mindestens 120 bis 150 Zentimetern sind empfehlenswert.
Biologisch oder chemisch? Algenbekämpfung richtig einordnen
Wenn es trotz aller Vorsorge zu einer Algenblüte kommt, stellt sich die Frage: biologisch oder chemisch eingreifen? Beide Ansätze haben ihre Berechtigung, aber unterschiedliche Auswirkungen.
🌱 Biologische Maßnahmen
Unterwasserpflanzen als Nährstoffkonkurrenten einsetzen, Starterbakterien zur Stärkung der Filterbiologie verwenden, Teichschlamm entfernen, Fütterung reduzieren, Belüftung verbessern. Biologische Maßnahmen wirken langsamer, sind aber nachhaltig und schonen das Ökosystem.
🔬 Technische Hilfsmittel
UVC-Klärer gegen Schwebealgen, Phosphatbinder zur Nährstoffentfernung, Skimmer für Oberflächenreinigung, Teichschlammsauger. Technische Lösungen wirken schnell und gezielt, beseitigen aber nicht die Ursache – sie müssen mit biologischen Maßnahmen kombiniert werden.
⚠ Chemische Algenvernichter
Algizide und Fadenalgenvernichter wirken schnell, können aber das biologische Gleichgewicht stören und Filterbakterien schädigen. Abgestorbene Algen setzen zudem ihr gespeichertes Phosphat wieder frei. Chemie sollte immer nur als letzte Maßnahme eingesetzt werden – niemals als Dauerlösung.
⚠ Häufige Fehler bei der Algenbekämpfung
1. Hektisch Wasser wechseln – frisches Leitungswasser bringt oft selbst Phosphat mit und verschlimmert das Problem.
2. Chemie einsetzen, ohne die Ursache zu beseitigen – die Algen kommen garantiert zurück.
3. Algen abtöten, ohne das freigesetzte Phosphat zu binden – aus Schwebealgen werden dann Fadenalgen.
4. UVC-Klärer hinter den Filter statt davor installieren – die verklumpten Algen gelangen so zurück in den Teich.
5. Geduld verlieren – eine normale Frühjahrs-Algenblüte verschwindet in einem biologisch intakten Teich nach zwei bis drei Wochen von selbst.
Fütterung anpassen – weniger Futter, weniger Algen
Ein oft unterschätzter Faktor bei der Algenbildung ist die Fischfütterung. Jedes Gramm Futter, das nicht gefressen wird, zersetzt sich im Wasser und liefert Nährstoffe für Algen. Auch die Ausscheidungen der Fische sind eine bedeutende Nährstoffquelle.
Im Frühjahr, wenn der Stoffwechsel der Fische noch langsam läuft, ist die Gefahr der Überfütterung besonders groß. Füttern Sie nur so viel, wie Ihre Fische innerhalb von drei bis fünf Minuten vollständig aufnehmen. Verwenden Sie hochwertiges, leicht verdauliches Koifutter, das die Wasserbelastung minimiert. Minderwertige Futtersorten mit hohem Füllstoffanteil belasten das Wasser stärker und fördern indirekt das Algenwachstum.
Wasserwerte regelmäßig testen
Wer Algenprobleme vermeiden will, muss seine Wasserwerte kennen. Testen Sie regelmäßig – mindestens alle zwei Wochen im Frühjahr – die folgenden Parameter:
Phosphat (PO₄): Der Zielwert liegt unter 0,035 mg/l. Alles darüber begünstigt Algenwachstum. Nitrat (NO₃): Werte über 25 mg/l zeigen einen Nährstoffüberschuss an. pH-Wert: Ideal zwischen 7,0 und 8,5. Starke Schwankungen zwischen Morgen und Abend deuten auf ein Pufferproblem hin. Karbonathärte (KH): Mindestens 5 °dH für eine stabile Pufferung. Zu weiches Wasser führt zu gefährlichen pH-Schwankungen, die sowohl Fische als auch Pflanzen belasten.
Besonders der Phosphatwert wird von vielen Teichbesitzern vernachlässigt. Dabei ist er der wichtigste Indikator für potenzielle Algenprobleme. Investieren Sie in ein gutes Testset und machen Sie die regelmäßige Wasseranalyse zur Gewohnheit.
Fadenalgen manuell entfernen – so geht es richtig

Fadenalgen lassen sich mit einem Stock durch drehende Bewegungen aufwickeln – eine einfache, aber effektive Methode.
Fadenalgen sollten Sie regelmäßig manuell aus dem Teich entfernen. Das geht am einfachsten mit einem Stock, den Sie durch drehende Bewegungen ins Algendickicht tauchen – die Fäden wickeln sich auf wie Spaghetti auf der Gabel. Alternativ eignen sich spezielle Teichkescher oder Algenbürsten.
Entfernen Sie die Fadenalgen konsequent, bevor sie absterben und auf den Teichgrund sinken. Abgestorbene Algen zersetzen sich und setzen die in ihnen gespeicherten Nährstoffe wieder frei – ein Teufelskreis. Die abgefischten Algen sind übrigens ein hervorragender Kompost-Zuschlagstoff und können bedenkenlos auf dem Komposthaufen entsorgt werden.
Ein moderater Algenbewuchs – solange die Fäden nicht länger als etwa fünf Zentimeter werden – ist übrigens kein Grund zur Panik. Ein leichter Algenbewuchs ist sogar ein Zeichen für ein funktionierendes Ökosystem und bietet Kleinlebewesen wie Kaulquappen und Libellenlarven Lebensraum.
Was erfahrene Teichbesitzer empfehlen: Tipps aus der Praxis
In den Koi-Foren und Teichpflege-Communities wird das Thema Algenblüte jedes Frühjahr intensiv diskutiert. Die Erfahrungsberichte langjähriger Teichbesitzer liefern wertvolle Erkenntnisse, die über die reine Theorie hinausgehen.
„Mein wichtigster Tipp: Nicht Leitungswasser zum Nachfüllen nehmen, ohne vorher den Phosphatgehalt zu testen. In unserer Region hat das Leitungswasser 0,8 mg/l Phosphat – damit habe ich mir jahrelang unwissentlich die Algenblüte selbst herangezüchtet. Seit ich Regenwasser aus einer gefilterten Zisterne nehme, ist das Problem deutlich geringer.“
— Klaus, Teichbesitzer seit 2008
„Nach 15 Jahren Koiteich habe ich gelernt: Die Algenblüte im Frühjahr ist normal und geht in einem gesunden Teich nach zwei bis drei Wochen von alleine vorbei. Panik und Chemie machen es meistens schlimmer. Lieber Phosphatbinder einsetzen und Geduld haben, als den halben Teich mit Algenmitteln vollzukippen.“
— Bernd, Koi-Forum
„Der größte Fehler, den ich gemacht habe: Kalksteine als Teichumrandung. Sah toll aus, aber die Algen haben sich gefreut wie Bolle. Kalkhaltiges Wasser ist ein Paradies für Fadenalgen. Seit dem Umbau auf Flusssteine ist Ruhe.“
— Petra, Gartenteich-Forum
„Meine Geheimwaffe gegen Fadenalgen: Hornkraut. Ich habe im Herbst mehrere Büschel eingesetzt, und die Pflanze ist die erste, die im Frühjahr aktiv wird. Sie frisst den Algen buchstäblich die Nährstoffe weg. In Kombination mit dem UVC-Klärer habe ich seit drei Jahren kein grünes Wasser mehr.“
— Martin, Koiteich-Besitzer seit 2011
💬 Was wir daraus lernen: Die Praxis zeigt: Es gibt kein einzelnes Wundermittel gegen Algen. Der Schlüssel liegt in der Kombination mehrerer Maßnahmen – Nährstoffentzug durch Phosphatbinder, Pflanzenkonkurrenz durch Unterwasserpflanzen, technische Unterstützung durch UVC-Klärer und vor allem: Geduld. Jeder Teich ist anders, und was bei dem einen funktioniert, muss beim nächsten angepasst werden.
Sauerstoff – der unterschätzte Faktor gegen Algen
Ein Aspekt, der bei der Algenbekämpfung häufig zu kurz kommt, ist die Sauerstoffversorgung des Teiches. Gut belüftetes Wasser hemmt das Algenwachstum auf mehrfache Weise: Es fördert die Aktivität nützlicher Bakterien, die Nährstoffe abbauen, es verhindert anaerobe Fäulnisprozesse am Teichgrund und es stabilisiert das gesamte Ökosystem.
Besonders im Frühjahr, wenn die Filterbiologie noch nicht auf Touren gekommen ist, kann eine zusätzliche Belüftung – etwa durch einen Luftsprudler oder eine Teichpumpe mit Belüftungsfunktion – den Unterschied machen. Achten Sie darauf, dass die Belüftung am Teichgrund erfolgt, nicht an der Oberfläche. So wird das sauerstoffarme Bodenwasser umgewälzt und die Schichtung aufgebrochen.

Ein gepflegter Koiteich mit klarem Wasser – das Ergebnis konsequenter Algenvorsorge und guter Teichtechnik.
Ein weiterer Vorteil guter Sauerstoffversorgung: Algen produzieren tagsüber durch Photosynthese zwar Sauerstoff, verbrauchen nachts jedoch erhebliche Mengen. Bei einer massiven Algenblüte kann es in den frühen Morgenstunden zu akutem Sauerstoffmangel kommen – erkennbar daran, dass die Fische an der Oberfläche nach Luft schnappen. Eine kontinuierliche Belüftung beugt diesem Notfall vor.
Häufig gestellte Fragen zur Algenblüte im Frühjahr
Mein Teichwasser ist seit einer Woche grün – muss ich sofort handeln?
Nicht unbedingt. Eine leichte Grünfärbung im Frühjahr ist in vielen Teichen normal und verschwindet oft nach zwei bis drei Wochen von selbst, sobald die Wasserpflanzen ihr Wachstum aufnehmen. Beobachten Sie die Situation und kontrollieren Sie Ihre Wasserwerte. Handlungsbedarf besteht erst, wenn die Trübung zunimmt, die Fische auffällig werden oder ein fauliger Geruch entsteht.
Kann ich Regenwasser zum Nachfüllen des Teiches verwenden?
Grundsätzlich ja, aber mit Vorsicht. Regenwasser, das über das Dach und die Regenrinne geleitet wird, kann mit Nährstoffen belastet sein – vor allem mit Blütenpollen im Frühjahr und verrottetem Laub aus der Dachrinne. Filtern Sie das Regenwasser vor der Verwendung und testen Sie im Zweifel den Phosphatgehalt. Ungefiltertes Regenwasser kann die Algenblüte sogar verschlimmern.
Sind Fadenalgen im Teich grundsätzlich schädlich?
Nein. Ein moderater Fadenalgenbewuchs – solange die Fäden nicht länger als etwa fünf Zentimeter werden – ist sogar ein Zeichen für ein funktionierendes Ökosystem. Fadenalgen bieten Kleinlebewesen wie Kaulquappen, Käfer- und Libellenlarven Lebensraum. Erst wenn sie überhandnehmen und meterlange Polster bilden, wird es problematisch.
Hilft ein UVC-Klärer auch gegen Fadenalgen?
Nur indirekt. Ein UVC-Klärer tötet Schwebealgen ab, die frei im Wasser schweben und für die Grünfärbung verantwortlich sind. Fest sitzende Fadenalgen werden nicht direkt erreicht. Allerdings hemmt der UVC-Klärer die Verbreitung, da Fadenalgen sich über frei im Wasser schwebende Sporen vermehren – und diese werden durch die UV-Strahlung zerstört.
Welche Wasserpflanzen wirken am besten gegen Algen?
Die effektivsten Algenkämpfer sind Unterwasserpflanzen, die bereits bei niedrigen Temperaturen aktiv werden: Hornkraut (Ceratophyllum demersum) und Wasserpest (Elodea canadensis) stehen ganz oben auf der Liste. Sie binden große Mengen Nährstoffe und werden früh in der Saison aktiv. Ergänzend wirken Schwimmpflanzen wie Froschbiss und Seerosen durch Beschattung der Wasseroberfläche.
Warum kommen die Algen trotz UVC-Klärer immer wieder?
Wenn Algen nach kurzer Zeit wiederkehren, liegt die Ursache fast immer in einem zu hohen Nährstoffgehalt – insbesondere Phosphat. Der UVC-Klärer behandelt nur das Symptom (die Algen), nicht die Ursache (die Nährstoffe). Setzen Sie unbedingt einen Phosphatbinder ein und suchen Sie nach den Phosphatquellen in Ihrem Teich. Prüfen Sie auch, ob das UVC-Leuchtmittel noch wirksam ist – nach einer Saison lässt die Leistung deutlich nach.
Der Jahresplan: Algenvorsorge rund ums Jahr
📅 Saisonaler Maßnahmenplan gegen Algen
Spätwinter (Februar/März): Teichschlamm absaugen, Laub vom Teichgrund entfernen, Filteranlage reinigen, UVC-Leuchtmittel tauschen.
Frühjahr (März/April): Phosphatbinder einsetzen, Starterbakterien zugeben (ab 10 °C), Unterwasserpflanzen setzen, Wasserwerte testen, UVC-Klärer in Betrieb nehmen.
Frühsommer (Mai/Juni): Fadenalgen regelmäßig abkeschern, Pflanzen bei Bedarf teilen, Fütterung kontrollieren, Wasserwerte überwachen.
Sommer (Juli/August): Beschattung sicherstellen, Belüftung gewährleisten (Sauerstoff sinkt bei hohen Temperaturen), Phosphatwerte im Blick behalten.
Herbst (September/Oktober): Laubnetz spannen, abgestorbene Pflanzen zurückschneiden, Schlamm absaugen, Phosphatbinder nachdosieren.
Winter: Ruhe bewahren – aber: Laub, das trotzdem in den Teich fällt, regelmäßig entfernen.
Wann ist Geduld gefragt – und wann Handlungsbedarf?
Eine leichte Grünfärbung des Wassers im Frühjahr ist in vielen Teichen völlig normal. Ist das biologische Gleichgewicht intakt, verschwindet diese Trübung in der Regel nach zwei bis drei Wochen von selbst, sobald die höheren Wasserpflanzen ihr Wachstum aufnehmen und den Algen die Nährstoffe streitig machen.

Wenn sich die Algenbrühe derart verdichtet, ist schnelles Handeln gefragt – Phosphatbinder, UVC-Klärer und Belüftung helfen in Kombination.
Handlungsbedarf besteht, wenn die Algenblüte nicht nach drei Wochen abklingt, sich das Wasser zunehmend verdunkelt, ein fauliger Geruch auftritt oder die Fische an der Oberfläche nach Luft schnappen. In diesen Fällen droht Sauerstoffmangel – ein akuter Notfall, der sofortiges Eingreifen erfordert: Belüftung verstärken, Teilwasserwechsel durchführen und den Filter überprüfen.
💡 Merksatz erfahrener Teichbesitzer: „Nach der Algenblüte ist vor der Algenblüte.“ Die beste Algenbekämpfung findet nicht während einer akuten Blüte statt, sondern in den Wochen davor – durch konsequente Nährstoffreduktion, gute Bepflanzung und eine funktionierende Filtertechnik. Wer das ganze Jahr über regelmäßig Phosphat bindet und seinen Teich pflegt, wird im Frühjahr mit klarem Wasser belohnt.
Zusammenfassung: Ihre Waffen gegen die Frühjahrs-Algenblüte
Die Frühjahrs-Algenblüte ist kein unabwendbares Schicksal. Sie lässt sich mit einer Kombination aus vorbeugenden Maßnahmen und der richtigen Teichpflege wirkungsvoll verhindern. Das Wichtigste auf einen Blick: Entfernen Sie vor dem Frühjahr Schlamm und organische Ablagerungen vom Teichgrund. Setzen Sie Phosphatbinder ein, um den Hauptnährstoff der Algen zu neutralisieren. Fördern Sie das Wachstum von Unterwasserpflanzen als natürliche Nahrungskonkurrenten. Installieren Sie einen korrekt dimensionierten UVC-Klärer mit frischem Leuchtmittel. Aktivieren Sie die Filterbiologie mit Starterbakterien. Sorgen Sie für ausreichende Beschattung. Testen Sie regelmäßig Ihre Wasserwerte – besonders Phosphat. Und füttern Sie Ihre Fische maßvoll mit hochwertigem Futter.
Wer diese Grundsätze beherzigt, wird im Frühjahr mit einem klaren, gesunden Teich belohnt – und kann die neue Saison mit seinen Koi in vollen Zügen genießen.
🌱 Teichpflanzen bei bachflohkrebse.de
Wasserpflanzen sind die natürlichsten und nachhaltigsten Verbündeten gegen Algen. Sie entziehen dem Wasser Nährstoffe, spenden Schatten und fördern das biologische Gleichgewicht. In unserer Kategorie Teichpflanzen finden Sie Unterwasserpflanzen, Schwimmpflanzen und Sumpfpflanzen für jeden Gartenteich – die perfekte Ergänzung zu Ihren technischen Maßnahmen gegen Algen.

Ein naturnaher Teich mit leichtem Algenbewuchs – ein Zeichen für ein funktionierendes Ökosystem, solange die Balance stimmt.




