Nach der Winterruhe: Koi richtig füttern – Schritt für Schritt
Wassertemperatur, Futterwahl und Filterstart für einen gesunden Saisonbeginn
Die ersten warmen Sonnenstrahlen locken nicht nur Sie an den Teich – auch Ihre Koi werden jetzt spürbar unruhiger. Sie gleiten langsam durch das noch kühle Wasser, steigen gelegentlich zur Oberfläche auf und scheinen nach Futter zu suchen. Doch Vorsicht: Genau in diesem Moment machen viele Teichbesitzer einen folgenschweren Fehler, der die Gesundheit ihrer wertvollen Fische ernsthaft gefährden kann. Wann der richtige Zeitpunkt für die erste Fütterung wirklich gekommen ist und welches Futter Ihre Koi jetzt brauchen, erfahren Sie in diesem umfassenden Ratgeber.

Koi in der Winterruhe unter der Eisdecke – noch ist Geduld gefragt, bevor die erste Fütterung beginnt.
Warum die Winterruhe für Koi so wichtig ist
Koi sind wechselwarme Tiere. Das bedeutet, ihre Körpertemperatur passt sich der Wassertemperatur an. Sinkt die Temperatur im Teich unter 8 Grad Celsius, fahren die Fische ihren Stoffwechsel drastisch herunter. Die Verdauung kommt nahezu zum Erliegen, der Herzschlag verlangsamt sich, und die Koi verfallen in eine Art Ruhezustand. Sie bewegen sich kaum noch und sammeln sich an der tiefsten Stelle des Teiches, wo die Wassertemperatur am stabilsten bleibt.
Während dieser Phase zehren die Fische von den Energiereserven, die sie sich im Herbst angefressen haben. Genau deshalb ist eine gute Herbstfütterung mit energiereichem Futter so entscheidend für das Überleben im Winter. Ein Koi, der mit ausreichend Fettreserven in den Winter gegangen ist, übersteht auch längere Kälteperioden problemlos.
Das Problem entsteht, wenn der Teichbesitzer zu früh mit der Fütterung beginnt. Denn auch wenn die Fische bei einer kurzzeitigen Erwärmung an die Oberfläche kommen und scheinbar nach Futter suchen, ist ihr Verdauungssystem noch nicht bereit. Unverdautes Futter kann im Darm zu faulen beginnen und schwere gesundheitliche Schäden verursachen – bis hin zum Tod der Fische.
⚠ Wussten Sie? Es gibt Koifutter, dessen Zusammensetzung so ungünstig gewählt ist, dass der Energieverbrauch für die Verwertung höher ist als die zugeführte Energie. In solchen Fällen verlieren die Fische trotz Fütterung an Substanz – ein unsichtbarer, aber gefährlicher Prozess. Achten Sie daher stets auf hochwertige, saisongerechte Futtersorten.
Die Wassertemperatur – Ihr wichtigster Leitfaden
Als Faustregel gilt: Die Wassertemperatur bestimmt, ob, wann und wie viel Sie füttern dürfen. Vergessen Sie dabei die Lufttemperatur – sie kann an einem sonnigen Märztag bereits 15 Grad betragen, während das Teichwasser noch bei 6 Grad liegt. Investieren Sie in ein zuverlässiges Teichthermometer, das die tatsächliche Wassertemperatur misst, idealerweise in einer Tiefe von etwa 50 Zentimetern.

Sobald die Wassertemperaturen stabil steigen, werden die Koi im Teich zunehmend aktiver.
Entscheidend ist nicht ein einzelner warmer Tag, sondern eine stabile Temperatur über mehrere Tage hinweg. Schwankende Temperaturen – tagsüber 12 Grad, nachts 5 Grad – sind ein deutliches Warnsignal. Besonders flachere Teiche mit größerer Oberfläche folgen verstärkt den Schwankungen der Lufttemperaturen. In solchen Phasen sollten Sie besonders vorsichtig sein und im Zweifel lieber noch etwas warten.
Der richtige Start: Weizenkeimfutter als Schlüssel
Wenn die Wassertemperatur stabil über 8 Grad liegt, ist der Zeitpunkt für die erste Fütterung gekommen. Doch greifen Sie jetzt auf keinen Fall zum normalen Sommerfutter. Ihre Koi brauchen ein Futter, das besonders leicht verdaulich ist und den noch trägen Verdauungstrakt nicht überlastet.
Weizenkeimfutter ist in dieser Phase das Mittel der Wahl. Es hat sich seit Jahrzehnten in der Koihaltung bewährt und ist aus gutem Grund die erste Empfehlung erfahrener Koizüchter für die Frühjahrsfütterung. Der hohe Anteil an Weizenkeimen macht das Futter besonders bekömmlich, da es auch bei niedrigen Temperaturen gut verwertet werden kann. Gleichzeitig enthält es wertvolles Vitamin E, das das Immunsystem der nach dem Winter geschwächten Fische stärkt.

Die Handfütterung stärkt die Bindung zu Ihren Koi – beginnen Sie damit jedoch erst bei stabilen Wassertemperaturen ab 12 °C.
Beginnen Sie mit einer sehr kleinen Menge – etwa ein Viertel der normalen Sommerfuttermenge. Geben Sie das Futter ins Wasser und beobachten Sie Ihre Koi genau. Wird alles innerhalb von drei bis fünf Minuten aufgenommen? Sehr gut. Bleiben Reste übrig, haben Sie zu viel gegeben. Entfernen Sie überschüssiges Futter unbedingt aus dem Teich, da es die Wasserqualität belastet.
💡 Profi-Tipp: Pelletgröße beachten!
Erfahrene Koihalter füttern bewusst kleinere Pellets als oft empfohlen – typischerweise 3 bis 6 mm, selbst bei Koi von 80 Zentimetern Länge. Der Grund: Koi haben keinen Magen. Je kleiner die Nahrung, desto besser kann sie im Darm verwertet werden. Das gilt besonders im Frühjahr, wenn die Verdauung noch auf Sparflamme läuft.
Warum Überfütterung nach dem Winter so gefährlich ist
Viele Teichbesitzer machen nach der langen Winterpause den Fehler, ihre Koi „aufpäppeln“ zu wollen und geben reichlich Futter. Doch genau das Gegenteil ist richtig. Nach Monaten ohne Nahrungsaufnahme muss sich der Verdauungstrakt der Fische erst langsam wieder an die Futteraufnahme gewöhnen.
Stellen Sie sich vor, Sie selbst hätten mehrere Wochen gefastet. Niemand würde Ihnen raten, anschließend ein üppiges Festmahl zu sich zu nehmen. Genauso verhält es sich bei Ihren Koi. Der Darm muss erst wieder „in Gang kommen“, die Verdauungsenzyme müssen sich neu bilden, und die nützlichen Darmbakterien müssen sich vermehren.
Wird zu viel oder das falsche Futter gegeben, kann es im Darm buchstäblich zu Fäulnisprozessen kommen. Die entstehenden Giftstoffe gelangen in den Blutkreislauf und können zu schweren Organschäden führen. Im schlimmsten Fall entwickelt sich eine sogenannte Bauchwassersucht – ein Energiemangelsyndrom, bei dem sich Flüssigkeit in der Bauchhöhle ansammelt und die Schuppen wie bei einem Tannenzapfen abstehen. Dieser Zustand ist lebensbedrohlich und oft die Folge einer falschen Fütterung in der Übergangszeit.
⚠ Die 5 häufigsten Fehler beim Fütterungsstart
1. Fütterung bei kurzzeitigen Warmwetterperioden – ein warmer Tag im Februar ist kein Frühling!
2. Proteinreiches Sommerfutter bei kühlem Wasser – unter 15 °C eine echte Gefahr für Organe und Wasserqualität.
3. Zu große Futtermengen auf einmal – lieber mehrmals winzige Portionen als eine große Mahlzeit.
4. Fütterung ohne Wassertemperatur-Kontrolle – verlassen Sie sich nie auf Ihr Gefühl oder die Lufttemperatur.
5. Altes, falsch gelagertes Futter vom Vorjahr verwenden – prüfen Sie Geruch und Haltbarkeit. Verdorbenes Futter begünstigt Krankheiten.
Filterbakterien: Der unsichtbare Verbündete
Ein Aspekt, den viele Teichbesitzer beim Fütterungsstart übersehen, ist der Zustand der Filterbiologie. Während des Winters haben die nützlichen Filterbakterien – genau wie die Koi selbst – ihre Aktivität stark reduziert. Wurde der Filter sogar abgeschaltet, sind die Bakterienkolonien möglicherweise fast vollständig abgestorben.
Diese Bakterien sind jedoch unverzichtbar für einen gesunden Teich. Sie bauen die Ausscheidungen der Fische ab – zunächst von giftigem Ammoniak zu Nitrit, dann weiter zu weniger schädlichem Nitrat. Ohne eine funktionierende Filterbiologie reichern sich diese giftigen Stoffe im Wasser an und können für die Koi lebensgefährlich werden.
Das bedeutet in der Praxis: Auch wenn Ihre Koi bei steigenden Temperaturen wieder Appetit zeigen, kann die Filteranlage die Abfallprodukte der Fütterung möglicherweise noch nicht verarbeiten. Steigern Sie daher die Futtermenge nur sehr langsam und im Einklang mit der Filterleistung. Besonders kritisch ist der Bereich von 8 bis 12 Grad Celsius: Hier beginnen Sie zu füttern, aber die Filterbakterien arbeiten bei diesen Temperaturen noch äußerst träge.
✅ Expertentipp: Filterstart im Frühjahr
Nehmen Sie die Filteranlage möglichst zwei Wochen vor der ersten Fütterung wieder in Betrieb. Reinigen Sie den Filter vorsichtig mit Teichwasser – niemals mit Leitungswasser, da Chlor die nützlichen Bakterien abtötet. Verwenden Sie Starterbakterien, um die biologische Filterung schneller in Gang zu bringen. Schalten Sie die UVC-Lampe erst 24 bis 48 Stunden nach der Zugabe von Starterbakterien wieder ein, damit sich die Mikroorganismen in Ruhe ansiedeln können. Reinigen Sie nie alle Filterkammern gleichzeitig – lassen Sie immer mindestens zwei Wochen dazwischen, damit ein Rest biologischer Aktivität erhalten bleibt.
Kontrollieren Sie in den ersten Wochen nach dem Fütterungsstart regelmäßig die Wasserwerte – insbesondere Ammoniak, Nitrit und den pH-Wert. Steigt der Nitritwert an, reduzieren Sie sofort die Futtermenge und führen Sie einen Teilwasserwechsel von etwa 20 Prozent durch.
Gesundheitscheck vor der ersten Fütterung
Bevor Sie überhaupt über die erste Fütterung nachdenken, sollten Sie Ihre Koi einem gründlichen Gesundheitscheck unterziehen. Nach der langen Winterruhe ist das Immunsystem der Fische geschwächt, und genau in dieser Phase treten besonders häufig Krankheiten auf.

Ein aufmerksamer Blick auf den Fischbestand im Frühjahr hilft, gesundheitliche Probleme frühzeitig zu erkennen.
Beobachten Sie Ihre Fische aufmerksam: Schwimmen alle Koi gleichmäßig? Sondern sich einzelne Tiere ab und liegen apathisch am Boden? Zeigen sich Veränderungen an der Haut wie rötliche Flecken, weißliche Beläge oder abstehende Schuppen? Sind die Kiemen gleichmäßig rot und nicht blass oder verfärbt? Auffälligkeiten wie eingefallene Augen, aufgetriebene Bäuche oder ausgefranste Flossen sind Warnsignale, die Sie ernst nehmen sollten.
Besonders gefürchtet ist die sogenannte Frühjahrsvirämie (Spring Viremia of Carp) – eine hochansteckende Viruserkrankung, die vor allem bei Wassertemperaturen zwischen 10 und 17 Grad Celsius auftritt. Typische Anzeichen sind blutunterlaufene Stellen an der Haut und am Flossenansatz, blasse Kiemen, apathisches Verhalten und ein aufgetriebener Bauch. In schweren Fällen können innerhalb einer Woche ganze Bestände verloren gehen. Die Frühjahrsvirämie ist in Deutschland meldepflichtig. Interessanterweise sinkt die Gefahr ab einer Wassertemperatur von 20 Grad Celsius deutlich – ab 25 Grad treten so gut wie keine Todesfälle mehr auf.
💊 Empfehlung vom Koi-Tierarzt: Im Frühjahr ist eine tierärztliche Routinekontrolle am Koiteich besonders sinnvoll. Durch einen Abstrich können Parasiten und Krankheitserreger frühzeitig erkannt werden, noch bevor Symptome sichtbar werden. Bedenken Sie: Ab 4 bis 5 Grad Wassertemperatur können sich bereits Parasiten wieder vermehren, während das Immunsystem der Koi erst ab 12 bis 13 Grad wieder voll einsatzfähig ist.
Welches Futter zu welchem Zeitpunkt?
Die Wahl des richtigen Futters hängt eng mit der Wassertemperatur zusammen. Hier ein Überblick, der Ihnen die Orientierung erleichtert:
Bei 8 bis 12 Grad Celsius setzen Sie auf reines Weizenkeimfutter (Wheat Germ). Dieses Futter hat einen hohen Anteil leicht verdaulicher Weizenkeime und einen moderaten Proteingehalt von etwa 25 bis 28 Prozent. Es belastet den noch trägen Verdauungstrakt nicht und liefert gleichzeitig wertvolle Energie. Sinkendes Futter ist in dieser Phase besonders empfehlenswert, da die Koi sich noch überwiegend in Bodennähe aufhalten und dort entspannter fressen. Auch das ideale Protein-Fettverhältnis von 3:1, wie es Futterexperten für diese Übergangszeit empfehlen, wird von guten Frühjahrsfuttersorten eingehalten.
Bei 12 bis 15 Grad Celsius können Sie beginnen, das Weizenkeimfutter schrittweise mit einem hochwertigen Ganzjahresfutter zu mischen. Das Verhältnis sollte anfangs etwa 70 Prozent Weizenkeimfutter zu 30 Prozent Ganzjahresfutter betragen. Woche für Woche verschieben Sie das Verhältnis zugunsten des Ganzjahresfutters. In dieser Phase empfehlen sich auch hochwertige Koifutter-Sorten mit Spirulina, die das Immunsystem zusätzlich stärken.
Ab 15 Grad Celsius arbeitet der Stoffwechsel der Koi wieder nahezu normal. Jetzt können Sie auf ein vollwertiges Ganzjahresfutter umsteigen und die Fütterungsfrequenz auf ein- bis zweimal täglich erhöhen. Ab dieser Temperatur ist auch die Ergänzung mit Naturfutter wie Bachflohkrebsen (Gammarus), Seidenraupen oder Mückenlarven eine willkommene Abwechslung, die den Speiseplan bereichert und wichtige Nährstoffe liefert.
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Knoblauch, Fischöl & Vitamine: Natürliche Helfer im Frühjahr
Die Wochen nach der Winterruhe sind die kritischste Phase des gesamten Jahres für Ihre Koi. Das Immunsystem ist geschwächt, die Energiereserven aufgebraucht, und gleichzeitig werden Parasiten und Krankheitserreger bei steigenden Temperaturen schneller aktiv als die körpereigene Abwehr der Fische. Umso wichtiger ist es, das Immunsystem gezielt zu unterstützen.
Knoblauch hat sich seit Langem als natürliches Heilmittel in der Koihaltung bewährt. Die schwefelhaltigen Verbindungen – allen voran Allicin – wirken antibakteriell und antiparasitär. Viele erfahrene Koihalter reichern das Frühjahrsfutter alle zwei bis drei Tage mit frisch gepresstem Knoblauchsaft an oder mischen etwas Knoblauchpulver unter die Pellets. Besonders wirksam ist eine Kur-Anwendung: Sieben bis zehn Tage knoblauchhaltiges Futter, dann zwei bis drei Wochen Pause.
Fischöl (Seefischöl oder Lachsöl) liefert essentielle Omega-3-Fettsäuren und dient als schnelle Energiequelle, die Koi selbst bei niedrigen Temperaturen gut verwerten können. Besprühen Sie das Trockenfutter dünn mit Fischöl und lassen Sie es etwa 30 Minuten einziehen, bevor Sie es verfüttern. So wird das Futter aufgewertet, und die Pellets nehmen das Öl gleichmäßig auf.
Spirulina-Algen sind ein weiterer wertvoller Futterzusatz – besonders im Frühjahr. Sie stärken das Immunsystem, fördern die Farbintensität und liefern wertvolle Aminosäuren. Kombiniert mit Vitamin C ergibt sich ein starkes Duo zur Unterstützung der geschwächten Fische.

Handfütterung am Gartenteich – ein besonderes Erlebnis, das die Bindung zwischen Teichbesitzer und Koi stärkt.
Das sagen erfahrene Koihalter: Tipps aus der Praxis
In den Koi-Foren und Community-Gruppen tauschen sich Teichbesitzer seit Jahren intensiv über ihre Erfahrungen mit der Frühjahrsfütterung aus. Die Meinungen gehen in manchen Details auseinander, doch in den zentralen Punkten herrscht erstaunliche Einigkeit. Hier einige Stimmen und Erfahrungswerte aus der Praxis:
„Im Herbst versuche ich den Filter nach der letzten Fütterung noch 1–2 Wochen laufen zu lassen, um die Schadstoffe aus dem Wasser zu holen. Im Frühjahr wird der Filter ebenfalls 1–2 Wochen vor der ersten Fütterung wieder angestellt, um dann gleich eine möglichst gute Abbauleistung zu erzielen.“
— Andi, Koi-Live.de Forum
„Ich füttere ab 7 Grad täglich kleine Mengen Winterfutter. Leicht verdaulich. Alle 2–3 Tage wird das abwechselnd mit Vitaminzusatz und Knoblauch-Zusatz angereichert. Gerade nachdem die Koi in Winterruhe waren, brauchen sie wieder eine Energiezufuhr. Genauso wichtig ist es aber, die Fische zu beobachten und einen Abstrich zu machen.“
— Erfahrener Koihalter, Koi-Live.de Forum
„Meine Fische hatten ca. 8 Wochen Winterruhe bei 6 Grad mit sehr wenig Sinkfutter alle 3 Tage. Jetzt gibt es bei ca. 10 Grad schon jeden Tag Frühlingsfutter mit Fischöl vermischt. Die Darmflora muss sich erst wieder aufbauen – die ersten zwei Wochen gab es daher nur alle zwei Tage etwas.“
— Ulli & Christian, Koi-Live.de Forum
„Wer nach dem Winter den Filter einfach wieder anstellt, pumpt flauige Rückstände direkt in den Koiteich – zu einer Zeit, in der das Immunsystem der Fische oft schwächelt. Wenn die Wassertemperatur über 12 Grad steigt, ist der richtige Zeitpunkt für eine gründliche Reinigung gekommen.“
— Koi-Tierarzt, fischdoc.de
„Filter Ende November komplett abgestellt, Teich mit Noppenfolie abgedeckt. Aktuell die Abdeckung entfernt, Filter wieder aktiviert. Fische sind bei 6 Grad munter – bekommen ein paar Körner Frühlingsfutter. Fische wachsen über den Winter – kaum zu glauben, aber wahr. Man könnte meinen, die Winterruhe tut den Fischen gut.“
— Teichbesitzer aus Südhessen, Koi-Live.de Forum (seit 2006 bewährt)
💬 Was wir daraus lernen: Die Community zeigt: Es gibt keinen „einen“ richtigen Weg, aber alle erfahrenen Halter sind sich einig – langsam anfangen, Wassertemperatur beobachten, Filter vorher aktivieren, und das Futter mit Fischöl, Vitaminen oder Knoblauch aufwerten. Die individuelle Beobachtung Ihrer Fische ist durch nichts zu ersetzen.
Die 5-Minuten-Regel konsequent einhalten
Unabhängig von der Wassertemperatur gilt eine goldene Regel der Koi-Fütterung: Geben Sie nur so viel Futter, wie Ihre Koi innerhalb von drei bis fünf Minuten vollständig auffressen. Nach dieser Zeit sollten keine Futterreste mehr sichtbar sein.
Im Frühjahr ist diese Regel sogar noch wichtiger als im Sommer. Die Fische sind nach der Winterruhe weniger aktiv und fressen langsamer. Beobachten Sie bei jeder Fütterung aufmerksam das Fressverhalten. Fressen alle Koi mit? Gibt es einzelne Tiere, die kein Interesse zeigen oder sich absondern? Solche Beobachtungen können wertvolle Hinweise auf den Gesundheitszustand geben.
Denken Sie immer daran: Koi haben keinen Magen und damit kein echtes Sättigungsgefühl. Sie sind in der Natur auf ständige Nahrungssuche programmiert und fressen, was sie finden – unabhängig davon, ob es gut für sie ist. Diese ständige Fressbereitschaft darf Sie nicht dazu verleiten, zu viel zu füttern. Füttern Sie lieber mehrmals am Tag kleine Portionen als eine große Menge auf einmal. In der Anfangsphase im Frühjahr genügen zwei bis drei Fütterungen pro Woche.
Auch Goldfische und andere Teichfische profitieren
Alles, was für Koi gilt, lässt sich im Grundsatz auch auf Goldfische, Shubunkin und andere karpfenartige Teichfische übertragen. Auch sie sind wechselwarme Tiere und durchlaufen im Winter eine Ruhephase. Allerdings sind Goldfische in der Regel etwas robuster als Koi und vertragen Temperaturschwankungen besser.
Dennoch sollten Sie auch bei Goldfischen mit der Fütterung warten, bis die Wassertemperatur stabil über 8 Grad liegt. Verwenden Sie zu Beginn ein leicht verdauliches Futter in kleiner Körnung. Goldfische haben ein kleineres Maul als Koi, entsprechend sollten die Pellets feiner sein. Im Koi und Teich Shop von bachflohkrebse.de finden Sie passende Futtersorten für alle Teichfischarten.
Teichpflege als Grundlage für gesunde Fütterung
Die Fütterung kann nur dann erfolgreich sein, wenn das Umfeld stimmt. Bevor Sie mit der ersten Fütterung beginnen, sollten Sie Ihren Teich gründlich auf den Frühling vorbereiten.
Entfernen Sie zunächst abgestorbene Pflanzenreste, Laub und Schlamm vom Teichgrund. Diese organischen Ablagerungen verbrauchen beim Zersetzen Sauerstoff und belasten die Wasserqualität. Überprüfen Sie die Teichtechnik – Pumpen, Filter, UVC-Lampen – auf ihre Funktionstüchtigkeit. Denken Sie auch daran, die UVC-Lampe zu tauschen, falls sie älter als ein Jahr ist – ihre Wirkung lässt mit der Zeit deutlich nach.
Messen Sie die wichtigsten Wasserwerte: pH-Wert (ideal 7,0 bis 8,5), Karbonathärte KH (mindestens 5 bis 6 °dH für eine stabile Pufferung), Ammoniak und Nitrit (beide sollten nahe null sein). Im Frühjahr kann es vorkommen, dass das Wasser über den Winter weicher geworden ist, da Regenwasser und Schneeschmelze mineralarm sind. Ein zu weiches Wasser kann zu gefährlichen pH-Schwankungen führen – morgens niedrig, abends hoch. Kontrollieren Sie daher die Karbonathärte und stabilisieren Sie sie gegebenenfalls.
☑ Checkliste: Teich-Neustart vor der Fütterung
- Laub, Schlamm und abgestorbene Pflanzenreste vom Teichgrund entfernen
- Filteranlage reinigen (mit Teichwasser, nicht mit Leitungswasser!) und in Betrieb nehmen
- Starterbakterien in den Filter geben – bei zuvor abgeschaltetem Filter die doppelte Dosis
- UVC-Lampe erst 24–48 Stunden nach der Bakterienzugabe einschalten
- UVC-Lampe prüfen und bei Bedarf den Leuchtmittel tauschen
- Wasserwerte messen: pH, KH, GH, Ammoniak, Nitrit
- Teilwasserwechsel durchführen (10–20 %) – auf ähnliche Temperatur achten
- Koi-Gesundheitscheck: Haut, Flossen, Kiemen, Verhalten beobachten
- Wassertemperatur regelmäßig messen – erst bei stabil über 8 °C füttern
Koi-Snacks und Handfütterung im Frühjahr
Die Handfütterung ist für viele Teichbesitzer eines der schönsten Erlebnisse im Hobby. Die Koi kommen an die Oberfläche, fressen direkt aus der Hand und verlieren nach und nach ihre Scheu. Doch im Frühjahr sollten Sie mit der Handfütterung noch etwas Geduld haben.

Koi Snack Sticks – ideal für die Handfütterung, sobald die Wassertemperaturen es erlauben.
Beginnen Sie mit der Handfütterung frühestens ab einer stabilen Wassertemperatur von 12 Grad Celsius. In dieser Phase eignen sich spezielle Koi-Snack-Sticks besonders gut. Sie lassen sich leicht portionieren, schwimmen an der Wasseroberfläche und locken die Koi durch ihre Inhaltsstoffe – beispielsweise Spirulina und Hagebutte – schnell an. Die rund 10 Zentimeter langen Sticks sind ideal, um die Fische an die Fütterung per Hand zu gewöhnen. Durch das regelmäßige Füttern aus der Hand verlieren die Koi ihre natürliche Scheu und werden Sie schon bald erkennen, sobald Sie sich dem Teich nähern.
Die schrittweise Umstellung auf Sommerfutter
Der Übergang vom Frühjahrsfutter zum regulären Sommerfutter sollte fließend erfolgen. Sobald die Wassertemperatur stabil über 15 Grad Celsius liegt, können Sie beginnen, das Weizenkeimfutter schrittweise durch ein proteinreicheres Ganzjahres- oder Sommerfutter zu ersetzen.
Mischen Sie zunächst etwa 30 Prozent Ganzjahresfutter unter das gewohnte Weizenkeimfutter. Erhöhen Sie den Anteil über einen Zeitraum von zwei bis drei Wochen langsam auf 100 Prozent. So geben Sie dem Verdauungssystem Ihrer Koi ausreichend Zeit, sich an die veränderte Zusammensetzung anzupassen.
Ab einer Wassertemperatur von 18 Grad läuft der Stoffwechsel auf Hochtouren. Jetzt darf es auch etwas mehr sein: Hochwertiges Wachstumsfutter mit einem Proteingehalt von 35 bis 40 Prozent fördert die Körperentwicklung und die Farbintensität. Ergänzen Sie den Speiseplan regelmäßig mit Lebendfutter oder Frostfutter – Mückenlarven, Bachflohkrebse (Gammarus) oder Artemia sind bei Koi äußerst beliebt und liefern wertvolle Nährstoffe, die im Trockenfutter allein nicht in gleicher Qualität enthalten sind.
Häufig gestellte Fragen zur Frühjahrsfütterung
Meine Koi kommen an einem warmen Februartag an die Oberfläche – soll ich füttern?
Nein. Auch wenn es verlockend ist: Ein einzelner warmer Tag bedeutet nicht, dass der Frühling da ist. Die Wassertemperatur liegt im Februar in den meisten Teichen noch weit unter 8 Grad. Das Verhalten der Koi ist ein natürlicher Reflex und kein Zeichen von Hunger. Widerstehen Sie der Versuchung – Ihre Fische haben noch ausreichend Fettreserven.
Kann ich normales Teichfischfutter statt Weizenkeimfutter verwenden?
Davon ist dringend abzuraten. Herkömmliches Teichfischfutter oder Sommerfutter hat einen zu hohen Proteingehalt, der bei niedrigen Wassertemperaturen nicht ausreichend verwertet werden kann. Die Folge: Belastung der Organe und schlechte Wasserqualität durch unverdaute Futterreste.
Was tun, wenn ein Koi nach der Winterruhe nicht frisst?
Einzelne Koi brauchen manchmal etwas länger, um nach der Winterruhe wieder aktiv zu werden. Beobachten Sie den Fisch aufmerksam. Zeigt er keine weiteren Auffälligkeiten (gesunde Haut, keine Absonderung, normale Kiemenbewegung), ist Abwarten angebracht. Zeigt er jedoch zusätzliche Krankheitssymptome, isolieren Sie ihn und ziehen Sie einen Tierarzt hinzu.
Ab wann kann ich Lebendfutter geben?
Lebendfutter ist eine hervorragende Ergänzung, sollte aber erst ab einer stabilen Wassertemperatur von 15 Grad Celsius angeboten werden. Zu diesem Zeitpunkt arbeitet der Stoffwechsel der Koi wieder ausreichend, um die tierischen Proteine gut zu verwerten.
Soll ich an einem festen Platz füttern?
Ja, das ist empfehlenswert. Füttern Sie Ihre Koi immer an derselben Stelle im Teich. So lernen die Fische schnell, wo das Futter zu finden ist, und Sie können das Fressverhalten besser beobachten. Außerdem erleichtert es die Kontrolle, ob Futterreste übrig bleiben.
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Für die abwechslungsreiche Fütterung Ihrer Teich- und Aquarienfische: Entdecken Sie unser Sortiment an frischem Lebendfutter, hochwertigem Frostfutter und getrockneten Kleinlebewesen. Jede Woche frisch produziert – mit Vitaminen und Mineralien angereichert.
Zusammenfassung: So starten Sie richtig in die Saison
Die Frühjahrsfütterung Ihrer Koi erfordert Geduld, Beobachtungsgabe und das richtige Futter zur richtigen Zeit. Lassen Sie sich nicht von warmen Tagen oder dem scheinbaren Hunger Ihrer Fische verleiten, zu früh oder zu viel zu füttern. Die Wassertemperatur ist Ihr verlässlichster Ratgeber.
Beginnen Sie frühestens bei stabilen 8 Grad Celsius mit kleinen Mengen Weizenkeimfutter. Steigern Sie langsam und beobachten Sie sowohl das Fressverhalten Ihrer Koi als auch die Wasserwerte. Stellen Sie sicher, dass Ihr Filter betriebsbereit ist und die Filterbiologie arbeitet. Unterstützen Sie Ihre Fische mit Vitaminzusätzen, Knoblauch und Fischöl. Und vergessen Sie nicht den Gesundheitscheck – gerade im Frühjahr, wenn das Immunsystem der Fische am schwächsten ist.
Wenn Sie diese Grundregeln beherzigen, werden Ihre Koi gesund und vital in die neue Saison starten und Sie den ganzen Sommer über mit ihrer Schönheit und Lebendigkeit erfreuen.

Ein gepflegter Koiteich – die Belohnung für sorgfältige Frühjahrspflege und angepasste Fütterung.

Gesunde, farbenprächtige Koi unter der klaren Wasseroberfläche – das Ergebnis einer durchdachten Frühjahrsfütterung.




