Das Garnelen Aquarium – Richtig Einrichten, Becken wählen und Pflanzen Auswahl

Garnelenaquarium einrichten: Von der Anschaffung bis zum Einfahren

Nun haben Sie sich fest entschlossen und möchten unbedingt Garnelen, diese zierlichen Wesen, halten. Wir wünschen Ihnen bereits an dieser Stelle viel Erfolg und möchten Sie von Anfang an auf Ihrem Weg begleiten. Ein angehender Garnelenhalter sieht sich vor eine Reihe an Herausforderungen gestellt: Welches Becken eignet sich am besten, welches Filtermodell ist vorzuziehen, wie soll der Bodengrund beschaffen sein und, und, und… In diesem Beitrag finden Sie die Antworten auf diese und weitere Fragen. Außerdem erklären wir Ihnen, was unter dem „Einfahren“ eines Aquariums zu verstehen ist und warum Sie sich dabei in Geduld üben sollen.

Ein Garnelenaquarium

Ein Garnelenaquarium mit Red Fire Sakura

Auf der Suche nach einem passenden Becken

Es scheint so einfach zu sein und ist es doch nicht – ein richtiges Garnelenbecken zu kaufen. Eins vorab: Sie können Garnelen in einem Becken mit einem Fassungsvermögen ab 10 Litern und bis zu Hunderten Litern halten.

Als eine Faustregel für den Besatz galt längere Zeit: Pro 1 Liter Wasser ein Tier, das bezog sich auf die Zwerggarnelen mit 3 bis 5 Zentimetern Körpergröße. Mehrere Aquarianer finden inzwischen diese Regel obsolet und meinen, dass es bei artgerechter Pflege wesentlich mehr Garnelen pro Liter sein dürfen. Genaue Zahlen sind schwer zu nennen, aber gehen Sie davon aus, dass auch drei-vier Tierchen pro Liter unproblematisch zu halten sind.

Bachflohkrebse Tipp:
Es gibt auch durchaus Empfehlungen zur Mindestzahl an Garnelen in einem Becken, diese soll nämlich fünf Tiere nicht unterschreiten, denn Garnelen lieben Gesellschaft.

Nano-Aquarium – pro und contra

Beliebt sind heute die kompakten Nano-Aquarien mit einem Fassungsvermögen von 10-20 Litern. Der Vorteil liegt auf der Hand – ein solches Becken hat auf einem Arbeitstisch oder Sideboard genug Platz, es wirkt wie eine natürliche Deko und letztendlich ist es das auch.

Für die Garnelenhaltung sind Nano-Becken gut geeignet. Die meisten zum Verkauf angebotenen Süßwassergarnelen sind ja auch nur wenige Zentimeter groß. Doch es gibt einen kleinen Haken: Je kleiner das Aquarium, desto fragiler das innere Gleichgewicht! Desto leichter kann das Becken „umkippen“, wenn die Wasserwerte außer Kontrolle geraten, es zu einem explosionsartigen Algenwachstum kommt und sich die armen Aquarienbewohner in akuter Todesgefahr befinden.

Wir möchten Ihnen hiermit keineswegs ein Nano-Becken ausreden. Wir weisen nur lediglich darauf hin, dass sich die Pflege von einem solchen Aquarium beizeiten schwerer gestaltet, als von einem 100-Liter-Becken. Ein nach allen Regeln der Aquaristik eingerichtetes Nano-Aquarium hat freilich Potential, zu einem Glanzstück und absolutem Blickfang im Raum zu werden.

Standard-Becken für Garnelenhaltung

Garnelenaquarium Nano

Nanoaquarium für Garnelen

Welches Becken ist für einen Anfänger optimal? Wir würden Ihnen dabei zu einem Standard-Becken mit 54 Litern Fassungsvermögen raten. Es ist groß genug, um eine große Menge Zwerggarnelen artgerecht zu halten und klein genug, um die feinen Geschöpfe aus der Nähe zu beobachten. Bei diesem Volumen ist es vergleichsweise einfach, das Gleichgewicht aufrecht zu erhalten, die Pflege bedeutet wegen der kompakten Größe keinen Kraftakt.

Garnelen in großen Aquarien

Es spricht an sich nichts dagegen, die Krustentiere in einem Becken mit mehreren Hunderten Litern Volumen zu halten. Die kleinen Krustentiere sind zum Beispiel bei den Aquascapern beliebt. Ein vor allem den Wasserpflanzen gewidmete Becken gewinnt durch das lebhafte Treiben der bunten Schönheiten, die sich aber nicht in den Vordergrund drängeln. In einem Gesellschaftsbecken übernehmen die Garnelen die Rolle von Algenvernichtern und sorgen für Abwechslung.

Bei der Haltung in einem Großaquarium ergeben sich allerdings zwei Probleme: Zum einen können die Miniaturgeschöpfe bei Weitem nicht mit allen Fischen vergesellschaftet werden (siehe dazu mehr in dem entsprechenden Beitrag), zum anderen sind nicht alle Filter garnelentauglich.

Garnelenaquarium mit Red Fire Sakura im Video

Der richtige Filter für ein Garnelenbecken

Der Markt überrascht mit einem reichen Angebot an Filtern. Innenfilter und Außenfilter, Bodenfilter und schlichte Schwammfilter – was empfiehlt sich für ein Aquarium mit Garnelenbesatz?

Das Wasser im Becken muss unbedingt gefiltert werden, sonst droht den Tierchen der Tod, doch auch ein Filter kann für die fast schwerelosen Garnelen zu einer gefährlichen Falle werden. Sind nämlich die Wasseransaugschlitze zu breit, können die Garnelen mit der Wasserströmung in den Filter hineingezogen werden und dort verenden. Der richtige Filter fürs Garnelenbecken verfügt also über sehr schmale, feine Schlitze. Sind sie sich nicht sicher, ob der anvisierte Filter wirklich für Garnelen geeignet ist? Dann nehmen Sie einfach Kontakt mit uns auf und Sie bekommen Hinweise zu konkreten Modellen aus unserem Angebot.

Tipp: Wenn Sie im Onlinehandel ein als „Garnelenaquarium“ ausgewiesenes Becken erwerben, dürfen Sie zuversichtlich sein, dass auch der Filter garnelentauglich konstruiert ist.

Was aber tun, wenn Sie ein Becken mit einem fest integrierten Filter besitzen, von dem Sie wissen, dass seine Ansaugschlitze zu groß sind? Sie können versuchen, mit einem Nylonstrumpf oder feinmaschigem Netz die Schlitze zu verdecken, was freilich einen Mehraufwand bei der Reinigung bedeutet. Platzieren Sie außerdem die von den Krebstieren frequentierten Mooskugeln weiter weg vom Filter, so halten sich die Garnelen auch nicht mehr in dessen Nähe auf.

Von dem Ansaugrohr eines Außenfilters geht für die Zwerggarnelen ebenfalls eine nicht zu unterschätzende Gefahr aus, besonders gefährdet ist dabei der zierliche Garnelennachwuchs. Auch in diesem Fall empfiehlt es sich, die Öffnung durch die Filterwatte oder Ähnliches abzudecken.

Hamburger Mattenfilter – gut für Garnelen

Wenn Sie sich für eine der vielen Ausführungen des Hamburger Mattenfilters (HMF) entscheiden, dann dürfen Sie sicher sein, dass Ihre Garnelen dadurch nicht gefährdet werden. Der Filter ist einfach konstruiert und besteht aus einer Pumpe und Schaumstoffmatte. Angebracht in einer Beckenecke, bildet die Schaumstoffplatte einen geschlossenen Raum, aus welchem Wasser von der Pumpe durch ein Ausströmungsröhrchen ins Aquarium befördert wird. Aus dem Aquarium fließt wiederum das Wasser in diesen abgeschlossen Raum durch eine Matte durch und wird somit gefiltert. Mit diesem Filter leben die Garnelen sicher und weiden gerne die von Algen besiedelte Oberfläche der Platte ab.

Bodenfilter – ebenfalls garnelenkompatibel

Bei dieser Filtermethode dient der Bodengrund als das Filtermedium: Auf dem Boden eines Aquariums werden Siebkörperelemente angebracht, damit zwischen dem Boden und dem Grund ein Hohlraum entsteht. Eine Pumpe befördert das Wasser nach oben und gibt es in das Beckeninnere wieder ab. Der entstehende Unterdruck lässt das Wasser wiederum durch den Bodengrund hindurch sickern.

Mit einem Bodenfilter leben die Garnelen sicher und bedienen sich gerne am Mulm auf dem „Filtermedium“. Ab und an soll der Mulm abgesaugt werden, besonders wenn der Besatz recht hoch ist. In unserem Beitrag zur Pflege eines Garnelenbeckens finden Sie mehr zum Thema „Mulm absaugen“. Etwas kniffelig ist bei einem Bodenfilter die Suche nach dem passenden Bodengrund, welcher weder zu fein, noch zu grobkörnig sein darf, um das optimale Filterungsergebnis zu erzielen.

Noch keine Bewohner?

Bevölkern sie ihr Aquarium mit einer der beliebtesten Garnelenarten.

Licht ist Leben – welche Beleuchtung brauchen die Süßwassergarnelen?

Zwischen den Anforderungen an eine Beleuchtung von Fischen und Garnelen gibt es keinen prinzipiellen Unterschied, einige Besonderheiten sind aber trotzdem zu beachten.

Im Online-Handel finden Sie neben den herkömmlichen Leuchtstoffröhren (T8 mit dem Durchmesser von 26 Millimetern und den neueren leistungsstärkeren T5 mit dem Durchmesser von 16 Millimetern) auch sparsame LED-Leuchten und pflanzenfreundliche Metalldampflampen (HQI). Darüber hinaus werden die Lampen in unterschiedlichen Ausführungen angeboten, zum Beispiel mit einem hohen Anteil an Rot- oder Blaulicht. Auch sogenannte „Moonlight“-Lampen, die das bläuliche Mondlicht bei Nacht simulieren, sind inzwischen erhältlich.

Bei der Auswahl der richtigen Aquarienbeleuchtung spielen neben der sogenannten Farbtemperatur (zum Beispiel „Warmweiß“ oder „Tageslichtweiß“) die Lichtausbeute und die Lichtmenge eine wichtige Rolle. Wünschenswert ist, dass die Lichtausbeute einer Lampe nicht weniger als 100 Lumen pro Watt erreicht und die Lichtmenge am Boden des Beckens nicht unter 300 lux fällt. Die Zahl und Größe der Leuchtmittel hängt dabei in erster Linie vom Beckenvolumen ab: Während für ein 50-60 Liter großes Aquarium 1 oder 2 kurze Leuchtstoffröhre ausreichen, sorgen in einem 300 Liter-Becken mindestens 4 meterlange Röhre für eine angemessene Beleuchtung.

Nun aber zu den Süßwassergarnelen und ihren Ansprüchen an das Licht. Hier sind unsere Tipps:

  • Als die erste Regel für das Beleuchtungskonzept eines Garnelenbeckens gilt es – Es kommen vorrangig die in eine Beckenabdeckung integrierten Leuchtmittel infrage. Der Grund ist einfach: Die neugierigen Tierchen tendieren dazu, aus dem Wasser zu klettern, was bei einem offenen Becken für sie den sicheren Tod bedeutet. Wenn Sie aus bestimmten Gründen, unter anderem in einem Pflanzenaquarium, die HQI-Hängelampen verwenden möchten, muss das Becken unbedingt mit einem engmaschigen Gitter und Netz abgedeckt werden;
  • Lampen mit einem höheren Anteil an Rotlicht sind für gelbe und rote Tiere wie Red Fire oder Tigergarnelen vorteilhaft. Andererseits fördert dieses Licht auch das Algenwachstum;
  • Ein zu helles Licht kann die Zwerggarnelen verunsichern, so dass sie sich kaum aus ihren Verstecken trauen. Abhilfe ist durch Schwimmpflanzen zu schaffen, die sich über das Licht freuen und den Tieren etwas Schatten spenden. Die Gewächse sollen aber nicht die gesamte Wasseroberfläche erobern, sonst wird es im Aquarium schnell stickig. Die überflüssigen Pflanzen sind daher zu entfernen;
  • Die „Moonlight“-Beleuchtung spart den scheuen Tieren den Stress, da es in ihrem natürlichen Habitat nachts nicht unbedingt stockdunkel ist. Unsere Zwerggarnelen leben ja in keiner großen Tiefe, sondern meist im seichten Wasser der Bäche und Seen;
  • Es empfiehlt sich, das Becken zwischen 10 und 12 Stunden täglich zu beleuchten, was der Länge eines durchschnittlichen Tages in der tropischen oder subtropischen Heimat der Tiere entspricht. Um nicht an das Ein- und Ausschalten der Lampen jeden Tag denken zu müssen, ist eine Zeitschaltuhr zu empfehlen;
  • Vorzuziehen sind eigentlich Lampen, die das gesamte Tageslichtspektrum abdecken, für Tiere und Pflanzen ist dieses Licht optimal.

Weitere technische Ausstattung

Bevor wir zum Thema Bodengrund fortschreiten, möchten wir Ihnen zeigen, was Sie an sonstiger Ausstattung für Ihr Becken brauchen. Nicht alles, was in einem Fischaquarium zum Standard gehört, ist in einem reinen Garnelenbecken Pflicht.

Heizung – nicht unbedingt notwendig

Erfreulich für alle sparsamen Aquarianer ist der Umstand, dass ein Heizstab oder eine andere Heizungsanlage in einem Garnelenbecken nicht zwingend notwendig ist. Die meisten Zwerggarnelen kommen zwar ursprünglich aus warmen Gegenden, geben sich trotzdem mit einer Wassertemperatur zwischen 20 und 25 Grad Celsius zufrieden. Das entspricht der normalen Zimmertemperatur in einem während der kalten Jahreszeit beheizten Zimmer.

Bachflohkrebse Tipp:
Wenn Ihr Aquarium in einem Büro, Schlafzimmer oder in einem anderen Raum aufgestellt wird, der über Stunden oder sogar Tage unbeheizt bleibt, werden die Garnelen Ihnen das übel nehmen. Die Kreaturen sind nämlich gegenüber starken Temperaturunterschieden äußerst empfindlich und überleben eventuell eine kühle Nacht oder ein frostiges Wochenende nicht.

Als Heizkörper eignen sich erfahrungsgemäß optimal Heizstäbe, die häufig im Filterkorpus oder hinter der Schaumplatte eines HMF platziert werden.
Hinweis: Vor dem Kauf der Garnelen unbedingt auf ihre Wünsche hinsichtlich der Wassertemperatur achten, es gibt unter den robusten und anspruchslosen auch richtige Sensibelchen.

CO2-Düngung – in einem Naturaquarium ein Muss

Eine CO2-Anlage, die das Aquarienwasser tagsüber mit dem Kohlendioxid anreichert, ist insbesondere für größere Becken mit vielen Pflanzen notwendig. In einem 54-Liter-Standardbecken, geschweige denn in einem Nano-Aquarium, ist eine solche Anlage, die übrigens um die 200 Euro kostet, kein Muss. Nebenbei sei bemerkt, dass im natürlichen Habitat der Garnelen kaum Wasserpflanzen vorhanden sind, wenngleich die Tierchen meist von den Gewächsen profitieren.

Luftpumpe – eine sinnvolle Anschaffung

Ein Wasserfilter wälzt das Wasser im Becken um, optimal zweimal pro Stunde das gesamte Volumen. Durch diese Bewegung wird das Wasser mit Sauerstoff angereichert. Es stellt sich eine berechtigte Frage: Muss das Wasser zusätzlich mithilfe einer Luftpumpe mit Sauerstoff versorgt werden? Die Aquarianer geben kontroverse Antworten auf diese Frage, manch einer findet die Pumpe überflüssig, ein anderer dagegen – unentbehrlich.

Es hängt letztendlich von mehreren Faktoren ab, ob eine Luftpumpe sinnvoll ist und zwar vom:

  1. Besatz. Ist das Becken dicht besiedelt, ist eine permanente Lüftung notwendig;
  2. Wassertemperatur. Je wärmer das Wasser, desto sauerstoffarmer ist es. Bei Zimmertemperaturen kann auf eine Pumpe verzichtet werden;
  3. Anzahl der Wasserpflanzen. Je mehr Gewächse, desto besser die Sauerstoffversorgung des Wassers bei Tag. Bei Nacht ist die Situation umgekehrt, es lohnt sich dann die Pumpe laufen zu lassen.

Bodengrund für die Garnelen

Vom feinen Sand bis zum grobkörnigen Kies reicht das Angebot an Bodengrund im Online-Handel. Die Zwerggarnelen sind meist mit der Körnung von 2 bis 4 Millimetern zufrieden, in den Zwischenräumen finden sich mit der Zeit ein paar leckere Futterreste, es lässt sich trotzdem noch bequem über den Boden schreiten. Beim Kauf eines Bodengrunds sind drei Grundregel unbedingt zu beachten:

  1. Schwermetalle, allen voran Kupfer, sind für Garnelen tödlich. Ist der Bodengrund, wenn auch nur in einem geringen Maße, mit Schwermetallen belastet, kann dies ein Massensterben der Wirbellosen verursachen;
  2. Nährstoffreicher Bodengrund tut den Aquarienpflanzen gut, aber nicht den Garnelen. Diese sind von Hause aus an nährstoffarmes Wasser gewohnt.
  3. Auf einem dunklen Hintergrund wirken die bunten oder weißen Garnelen effektvoller. Bei schwarz gefärbten Tiere wie zum Beispiel die Black Rose verhält es sich selbstverständlich genau umgekehrt.

Was Sie sonst noch brauchen

Wir möchten Sie auf keinen Fall überfordern, doch für eine artgerechte Haltung und Pflege der Süßwassergarnelen benötigen Sie noch ein paar Kleinigkeiten, die aber keine hohen Kosten verursachen.

  • Verstecke für Garnelen. Die zierlichen Tierchen sind lebhaft und gesellig, doch auch sie brauchen Rückzugsräume. Im Handel sind praktische kleine Röhrchen und Wurzel erhältlich, die frei von jeglichen für Garnelen schädlichen Stoffen sind. Außerdem eignet sich Falllaub perfekt als ein Versteck und dient übrigens als eine Nahrungsquelle;
  • Kescher mit einem engmaschigen Netz, damit Sie bei Bedarf die Garnelen umsiedeln können oder auch die toten Tiere heraus nehmen;
  • Thermometer;
  • Teststreifen für die Wasserwerte. Ausführlich gehen wir auf die empfohlenen Wasserwerte im Beitrag über die Pflege ein;
  • Scheibenreiniger, um die Seitenwände von Algen und Schmutz zu befreien;
  • Pflanzpinzette zum Setzen der Aquarienpflanzen;
  • Algen- und Schneckenentferner (Schaber, Radierer usw.);

Standort des Beckens

Für den Standort eines Garnelenaquariums gilt das Gleiche, was auch für ein Gesellschaftsbecken oder ein jedes andere Becken richtig ist: Stellen Sie es am liebsten nicht in Fensternähe und gerne mit seiner langen Seite zur Wand. Es spricht freilich prinzipiell nichts dagegen, ein Becken mittig im Raum zu platzieren, am attraktivsten sehen seine Bewohner aber auf einem einfarbigen und nicht allzu hellen Hintergrund aus.

Wenn das Becken zu nahe am Fenster steht und dem direkten Sonnenlicht ausgesetzt wird, droht übermäßiges Algenwachstum – unschön anzusehen und schädlich für Pflanzen und Tiere. Wenn das Becken nicht zusammen mit einem Unterschrank gekauft wurde, empfiehlt es sich, darunter eine Styropor-Platte für einen sicheren Halt und Wärmeisolation zu legen.

Einrichten und einfahren lassen

Endlich ist das noch leere Becken auf dem dafür bestimmten Platz positioniert und Sie dürfen mit dem Einrichten anfangen. Diese ist in mehreren Schritten vorzunehmen und erfordert eine ruhige Hand sowie Zeit.

Wir erklären Schritt für Schritt, wie das geht:

  • Schritt 1: Falls Sie sich für einen Bodenfilter entschieden haben, wird die Matte auf den Glasboden gelegt und der Filter zuerst installiert. Ansonsten kommt als erstes eine ca. 2 Zentimeter breite Schicht Nährboden für die Pflanzen auf den Boden. Der Nährboden soll unbedingt auch für Garnelenaquarien geeignet sein – ohne Schwermetalle und nicht zu nährstoffreich.
  • Schritt 2: Darauf wird der eigentliche Bodengrund oder Kies aufgeschüttet, die Schicht kann je nach der Beckengröße zwischen 3 und 8 Zentimetern breit sein.
  • Schritt 3: Jetzt dekorieren Sie das Becken mit Wurzeln (zum Beispiel Morkienholz), Verstecken, Steinen. Größere Dekogegenstände gehören an die Rückwand, kleinere – in den Vordergrund. Platzieren Sie die Deko so, dass Sie die Tierchen gut beobachten können. Zu viel und zu bunt darf es nicht werden, denn die Garnelen und nicht die Deko bilden den Mittelpunkt!
  • Schritt 4: Falls der Filter nicht bereits in das Aquarium integriert ist oder es sich nicht um einen Bodenfilter handelt, jetzt den Filter einhängen. Am besten in einer der hinteren Ecken, wo das Gerät optisch am wenigsten stört;
  • Schritt 5: Soll das Becken beheizt werden, positionieren Sie den Heizstab ebenfalls an der Rückwand;
  • Schritt 6: Das Wasser wird zu einem Drittel des Volumens eingefüllt. Wenn es keine Möglichkeit gibt, das Aquarium mit Osmose-Wasser zu füllen, dann füllen Sie es mit Leitungswasser – aber ausschließlich mit kaltem! Warmes Wasser fließt nämlich oft durch die Kupferröhre – eine akute Vergiftungsgefahr! Warten Sie ein paar Stunden mit dem Einsetzen der Pflanzen, diese sollen sowieso zuvor gewässert und gereinigt werden.
  • Schritt 7: Gut geeignet sind für ein Garnelenbecken die günstigen In-Vitro-Pflanzen, denn sie enthalten garantiert keine Düngermittelreste und Schwermetalle. Um die Nährlösung zu entfernen, legen Sie die In-Vitro-Gewächse nach dem Öffnen der Cups für eine Zeitlang in eine Schüssel mit Wasser. Pflanzen im Bund oder Töpfchen sollen von dem Metalldraht, Steinwatte und Plastik befreit werden und entweder unter einem schwachen Wasserstrahl oder in einem Wasserbehältnis gereinigt werden;
  • Schritt 8: Pflanzen mit einer Pinzette aus der Schüssel heraus nehmen und vorsichtig in den Bodengrund eindrücken. Mit einem Stein beschweren. Näher an die Rückwand werden die großen, in den Vordergrund die klein bleibenden gesetzt. Die Mooskugeln nicht vergessen!
  • Schritt 9: Nun muss das Becken vollständig gefüllt werden. Am liebsten mit Wasser, das vorher in mehreren Eimern auf Zimmertemperatur aufgewärmt wurde. Mit Leitungswasser auffüllen geht auch, die Gewächse sind in dieser Hinsicht relativ robust. Lassen Sie etwa 2-3 Zentimeter Abstand bis zum oberen Rand, das ist für die Luftzirkulation wichtig und damit die Lampen nicht in Kontakt mit Nass kommen;
  • Schritt 10: Jetzt schalten Sie den Filter, das Licht , die Luftpumpe und – wenn vorhanden – auch die Heizung ein.
  • Schritt 11: Dem Wasser ist ein Wasseraufbereiter in der empfohlenen Dosis hinzuzufügen, ein paar Stunden später – der Filterstarter mit nützlichen Bakterien;
  • Schritt 12: Jetzt gilt es – warten und Wasserwerte prüfen. Es ist davon auszugehen, dass der Besatz erst nach zwei bis vier Wochen einziehen darf. Es gibt hier kein „zu spät“, nur ein „zu früh“. Vor allem der Nitritgehalt soll sich bei 0 einpendeln, ansonsten überleben die Garnelen nur wenige Stunden. In dieser Zeit wird das Becken eingefahren, die Pflanzen schlagen Wurzeln, beginnen zu wachsen und produzieren Sauerstoff. Die vor allem im Filter angesiedelten Bakterien verarbeiten die Abfälle und neutralisieren den gefährlichen Nitrit, indem sie diese Substanz in Nitrate – ein Düngermittel für die Pflanzen – umwandeln. Poetisch ausgedrückt, wird beim Einfahren aus dem toten Wasser ein lebendiges Wasser.

Erst nachdem diese 12 Schritte abgeschlossen sind und das Wasser konstant richtige Werte (siehe Beitrag „Pflege eines Garnelenbeckens“) aufweist, können Sie endlich die Garnelen bestellen und einsetzen. Wie das geht, erfahren Sie aus unserem Artikel „Garnelen einsetzen – so mache ich es richtig“.

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