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Koi Fütterung im Winter - Wie viel Futter soll ich meinen Kois im Winter füttern?


Der Winter kommt und mit ihm die Sorge: Wie bringe ich meine Koi am besten durch die kalte Jahreszeit? Nicht nur frostige Temperaturen, sondern v.a. Temperaturschwankungen machen den bunten Nishikigoi zu schaffen. Bezüglich der Winterhaltung sind mehrere Fragen zu beantworten. Die spannendste lautet: Soll ich die Koi im Winter überhaupt füttern und wenn, dann wie viel und wann? Ein anderes Problem stellt die sog. Konditionierung dar, denn diese wird von den Experten kontrovers diskutiert. 

Fütterung von Kois im Winter

Abb.: Fütterung von mehreren Koi Karpfen

Im Unterschied zu ihren Cousins gehören Koi nicht auf den Speiseplan der Menschen. Nein, Koi sind eine Augenweide, eine Zierde des Gartenteichs und außerdem intelligente gesellige Haustiere.

Nishikigoi im Winter - Mix aus Bewegung und Ruhepausen

Karpfen, die in einem großen See zu Hause sind, neigen dazu sich im Winter für einige Monate zur Ruhe zu setzen. Dafür gehen die Wildkarpfen in die tieferen Wasserschichten, in denen die Temperatur konstant bei ca. 4-6°C liegt. Ihr Stoffwechsel wird langsamer, das Immunsystem funktioniert mit Einschränkungen, die Fische bewegen sich kaum. In dieser Phase benötigen die Karpfen kaum Futter, es heißt aber nicht, dass sie gar nichts zu sich nehmen. 

Der "normale" Gartenteich ist freilich viel kleiner als ein See, daher machen sich alle Schwankungen der Lufttemperatur schnell in den Veränderungen der Wassertemperatur bemerkbar. Die Folge: In einem durchschnittlichen Teich gibt es für Koi kaum Möglichkeiten sich zur Ruhe zu setzen, jedenfalls nicht für Monate. In den letzten Jahren ist das Wetter im Winter noch wechselhafter geworden, was den Fischen stark zusetzt. 

Fallen die Wassertemperaturen unter 6°C, legen Koi eine Winterpause ein, wird es wärmer, werden sie wieder aktiv. Sie nehmen Futter auf, doch ihr Stoffwechsel erreicht in dieser Zeit kaum die hohen "sommerlichen" Werte. 

Konditionierung - Ja oder nein?

Von den japanischen Züchtern stammt die Methode der Konditionierung, d.h. Fütterung im Herbst mit viel Weizenkleie, um die Fische widerstandsfähig zu machen. Weizenkleie gilt bei den Heilpraktikern als ein Wundermittel, denn diese Reste von Schalen und Keimlingen sind einerseits reich an Ballaststoffen und andererseits enthalten viele Vitamine und Mineralien. Das ist eine reichhaltige Kost, die ausschließlich im Herbst verabreicht werden soll und nie im Winter! Weizenkleie hilft den Fischen unbeschadet ihre Winterruhe zu überstehen. Gewissermaßen kann die Methode mit der Mästung der Nutztiere verglichen werden, entspricht auch dem natürlichen Verhalten der Wildtiere, die sich vor dem Winterschlaf "satt essen". Doch genau hier liegt das Problem: In einem Gartenteich halten Koi gar keinen monatelangen Winterschlaf, es kommen nur einzelne Ruhephasen zustande. In Japan, v.a. in Niigata-Gebirge, wo die meisten Koi-Farmen liegen, sind die Bedingungen im Winter anders: Nach einem recht warmen Sommer kommt der schneereiche kalte Winter mit stabilen frostigen Temperaturen. Soll nun das Gesagte heißen, es ist gar keine Konditionierung vonnöten? Nein, so ist es nicht. Aber damit das reichhaltige Futter zu keinen Fettablagerungen in den inneren Organen führt, soll es eher sparsam verabreicht werden. Genaue Dosierung hängt v.a. von der Größe der Fische ab und ist der Verpackung zu entnehmen. 

Winterfütterung: Kleine Portionen und nur hochwertiges Futter

Cyprinus carpio GIN SHIRO UTSURI

Cyprinus carpio GIN SHIRO UTSURI.

Die wichtigste Regel für die Winterfütterung lautet: Kleine Portionen mehrfach pro Tag tun Wunder. Da der Stoffwechsel langsam läuft, können Nishikigoi in dieser Jahreszeit nur begrenzte Mengen an Futter verdauen. Wenn die Fische sich zu voll fressen, dann gärt das Futter im Magen-Darm-Trakt und schadet dem Tier. 

Wichtig: In dieser Zeit ist die Immunabwehr abgeschwächt, folglich sind die Koi empfindlicher gegenüber von schädlichen Bakterien. Wie soll denn hochwertiges Winterfutter für Koi beschaffen sein? Wie zu jeder Saison gilt es - Nur mit frischem Futter versorgen und nur speziell zubereitetes Winterfutter verwenden. 

Wenig füttern darf nicht heißen minderwertig füttern. Ansonsten empfehlen Koi-Profis vorwiegend ein mit Vitaminen angereichertes Futter zu verwenden, dabei sind neben dem Vitamin C auch Vitamine A, E und D für die Stärkung des Immunsystems relevant. Der Eiweißgehalt von ca. 1/3 ist optimal, Fettgehalt von ca. 15% ist die Obergrenze, lieber soll das Futter doch etwas weniger Fett enthalten. 

Wichtig ist außerdem, dass es sich um Sinkfutter handelt, denn Fische halten sich während der kalten Saison mit Vorliebe in den unteren Wasserschichten auf. Es ist recht schwer, die Frage nach genauer Dosierung zu beantworten, denn diese variiert in Abhängigkeit von den Wassertemperaturen und von der Aktivität der Fische. Herrschen milde Temperaturen, soll die Futtermenge etwas erhöht werden, sinken die Temperaturen und die Fische bewegen sich kaum - reduziert sich jede Portion.

Den ganzen Winter durchfüttern oder Pausen einlegen?

Züchter und Experten sind sich nicht ganz einig in der Frage, ob den ganzen Winter durchgefüttert werden muss oder eine mehr oder weniger lange Unterbrechung angebracht ist. Pauschal lässt sich die Frage vermutlich auch nicht beantworten, denn Winter kann unterschiedlich ausfallen. Als Faustregel gilt: Wenn die Wassertemperaturen unter 5°C sinken, soll die Fütterung eingestellt werden. Mehrere Tage ohne Futter halten die Fische bei dieser Kälte ohne Weiteres durch. Sobald es etwas wärmer wird und die Tiere anfangen sich zu bewegen, kann die Fütterung wieder los gehen. Noch ein Tipp: Besonders wenn die Nächte frostig werden, soll nach Möglichkeit nur tagsüber gefüttert werden, abends wird Futter nicht gerne genommen und vergammelt auf dem Teichboden. Zum Schluss soll das Thema beheizter Gartenteich kurz angesprochen werden. Hier gelten freilich andere Bedingungen, so dass es auch anders gefüttert werden soll. In einem warmen Teich mit Wassertemperaturen ca. 12-15°C halten Koi keinen Winterschlaf, sie sollen durchgehend gefüttert werden. Auch hier eignet sich Winterfutter am besten, das in kleinen Portionen mehrfach täglich verabreicht werden soll.

Koifütterung im Winter erfordert viel Fingerspitzengefühl und eine genaue Beobachtungsgabe. Nur wer sich Zeit für seine Teichbewohner nimmt und auch am qualitativ hochwertigen Futter nicht spart, bringt Koi erfolgreich durch die harte Winterzeit.


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